Die Energiewirtschaft steht vor einer doppelten Herausforderung: Sie muss die Energiewende bewältigen und zugleich eine tiefgreifende digitale Transformation gestalten. Die Digital@EVU-Studie 2026, herausgegeben vom BDEW gemeinsam mit VSE, Kearney und IMP³ROVE, zeigt: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind längst keine Nischenthemen mehr – sie entwickeln sich zu zentralen Hebeln für Effizienz, Resilienz und Kostensenkungen im Zuge der Energiewende.
Die Studie Digital@EVU-Studie 2026 untersucht für das letzte Jahr drei Handlungsfelder: die Transformation der Wertschöpfung, die Kundenzentrierung sowie das digitale Unternehmen. Im Fokus standen außerdem Datenanalytik und Künstliche Intelligenz – mit besonderem Augenmerk auf erneuerbare Energieerzeugung und Netze. Zwei weitere Teilstudien werden in den nächsten Monaten veröffentlicht. Die Digital@EVU-Studie begleitet die Branche mit einer strukturierten Bewertung ihrer digitalen Reife sowie konkreten Empfehlungen zur Weiterentwicklung seit dem Jahr 2016.
Zentrale Ergebnisse der Digital@EVU-Studie 2026
Die Studie zeigt, dass Energieversorgungsunternehmen (EVU) die Potenziale von Künstlicher Intelligenz (KI) als relevant für ihre Gesamtstrategie erachten. Ein Drittel der Unternehmen haben bereits eine eigene KI-Strategie umgesetzt, während weitere 58 Prozent der EVU ihre KI-Strategie planen.
Mit Blick auf das „digitale Unternehmen” zeigt sich, dass EVU zu 56 Prozent genaue Vorstellungen von den notwendigen Zukunftskompetenzen haben. Um diese umzusetzen, müssen sie jedoch ihre Personalstrategie deutlich verbessern. Nur 29 Prozent der Unternehmen haben eine Personalstrategie zur Entwicklung von Zukunftskompetenzen.
Datenanalysen und KI werden für die Unternehmen immer wichtiger. Das zeigt die Studie deutlich. Allerdings zeigt die Befragung auch, dass im Vergleich zu den Ergebnissen vor drei Jahren – Digital@EVU2023 – viele der damals herausgearbeiteten zentralen Hürden weiterhin bestehen. Gerade für kleinere EVU sind diese nicht ohne weiteres zu überwinden.
In den Bereichen Erzeugung und Übertragung beziehungsweise Verteilung hingegen zeichnet sich klar ein positives Bild ab: Viele von den relevanten KI-Anwendungen etablieren sich mit Verbreitungsgraden von durchschnittlich 30 – 50 Prozent.
„Die Digital@EVU-Studie 2026 beweist eindrücklich, dass die digitale Transformation und insbesondere KI keine Nischenthemen für die Unternehmen der Energiewirtschaft sind“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. „Die Dynamik ist klar: Immer mehr Unternehmen entwickeln Strategien für eine KI-Nutzung mit echten Produktivitäts- und Effizienzgewinnen. Die Potenziale sind dabei noch längst nicht ausreichend gehoben. Es freut mich zu sehen, dass wir als Branche hier große Schritte nach vorne machen.“
Dr. Martin Ruppert, Managing Direct bei Kearney | IMP³ROVE sagt dazu: „Um die Energiewende in der erforderlichen Größenordnung zu bewältigen, braucht es präzisere Entscheidungen bei der Kapitalallokation. Digitale und KI-Initiativen können dabei messbare finanzielle Effekte heben – von höheren Internal Rates of Return (IRR) im Bereich erneuerbarer Energien bis hin zu signifikanten EBIT-Verbesserungen im Netzbetrieb. Das sind keine Technologieexperimente, sondern Investitionen, die Profitabilität, Resilienz und langfristige Wettbewerbsfähigkeit unmittelbar beeinflussen.“








