Wie können Gebäudedaten sicher und herstellerübergreifend genutzt werden? Das Forschungsprojekt SmartLivingNext entwickelt dafür einen Datenraum für vernetzte Infrastrukturen. Michael Schidlack, Konsortialleiter im SmartLivingNext-Leitprojekt, und Filip Milojkovic, Projektleiter für SmartLivingNext bei Materna, erläutern im Interview, welches Potenzial dieser Ansatz für neue Services und Geschäftsmodelle bietet.
Herr Schidlack, der Markt für Smart Living wächst, gleichzeitig fehlen jedoch oft gemeinsame Standards und Schnittstellen. Welche Lücke will das Forschungsprojekt SmartLivingNext schließen?
Michael Schidlack: SmartLivingNext schließt die Lücke zwischen vielen guten Einzellösungen und einem wirklich funktionierenden digitalen Ökosystem für Gebäude. Heute sind Daten oft in proprietären Systemen, einzelnen Gewerken oder projektspezifischen Integrationen gebunden und deshalb nur begrenzt nutzbar. Das bremst nicht nur die Interoperabilität, sondern auch den praktischen Einsatz von KI, weil dafür verlässliche und anschlussfähige Daten nötig sind. SmartLivingNext entwickelt eine herstellerneutrale Infrastruktur, bei der die Daten in den Ursprungssystemen verbleiben und nur bedarfsweise sowie kontrolliert zugänglich gemacht werden. So bleibt die Datenhoheit beim Datenerzeuger.
Ein zentraler Baustein ist der sogenannte Smart Living-Dataspace. Was bedeutet dieser Ansatz konkret für die Praxis in Gebäuden?
Michael Schidlack: Der Begriff Dataspace wird häufig missverstanden, denn es handelt sich nicht um eine Cloud, in der Daten gesammelt werden. Erst wenn ein Anbieter für einen Service bestimmte Informationen benötigt, greift unser System. Dann wird ein Mechanismus aktiviert, der sicherstellt, dass der Datenbesitzer die Nutzung autorisiert. Die Daten fließen anschließend kontrolliert vom Absender zum Empfänger, ohne in einem zentralen Datenspeicher gesammelt zu werden. Der Dataspace vermittelt dabei lediglich zwischen beiden Seiten, ähnlich wie ein Makler. So können beispielsweise Daten aus Smart Home-Systemen und aus der Gebäudeautomation zusammengeführt werden – vorausgesetzt, beide Seiten geben sie frei.
Das gesamte Interview finden Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 04/2026.








