Innovative Technologien sind der stärkste Hebel der Gebäudewende

Auf der Light + Building konnte man eindrucksvoll sehen, was heute möglich ist: Elektrifizierung, Digitalisierung, Vernetzung, einzelne Lösungen und ihre intelligente Steuerung im System für mehr Effizienz im Neubau und im Bestand. Dennoch kommen wir zu langsam voran. Der Grund liegt nicht in fehlenden Lösungen, sondern in einem politischen Rahmen, der Investitionen eher hemmt als auslöst.

Mit der Reform des Gebäudeenergiegesetzes erleben wir gerade eine verpasste Chance. Angekündigt als Entlastung, führt sie zu mehr Komplexität, Unsicherheit und letztlich höheren Kosten. Die Abschaffung klarer Leitplanken macht Energiepolitik nicht wirksamer, sondern undurchsichtiger. Hinzu kommen neue Öl- und Gasquoten, obwohl noch offen ist, ob grünes Gas ausreichend und vor allem bezahlbar verfügbar sein wird. Klar ist nur: Wer an fossilen Heiztechnologien festhält, wird langfristig höhere Kosten tragen – häufig unfreiwillig, etwa als Mieter.

Dabei liegen die effizientesten Lösungen längst auf dem Tisch. Eine Studie von ZVEI und Fraunhofer ISI zeigt: In einem Standard‑Eigenheim können die jährlichen Energiekosten um bis zu 80 Prozent sinken, wenn statt eines Gasbrenners eine Wärmepumpe eingesetzt wird, kombiniert mit Photovoltaik und Batteriespeicher. Ohne einen konsequenten Ausbau elektrischer und digitaler Gebäudetechnologien verbrauchen Gebäude im Jahr 2045 rund 170 Terrawattstunden mehr Energie – das entspricht dem Jahresstromverbrauch aller Haushalte in Deutschland.

Das gesamte Editorial finden Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 04/2026.

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