Von der Messe zur Umsetzung: Was jetzt wirklich zählt

Die Light + Building zeigt Lösungen, aber entschieden wird danach. Drei Verbände ordnen ein, was zählt und welche konkreten Folgen sich für Markt, Betriebe und Wertschöpfungsketten ergeben.

Welche Signale sendet die Light + Building für Investitionen, Sortimente und Services im Elektrogroßhandel und wo entscheidet sich, ob neue Lösungen im Markt skalieren?

Dr. Hans Henning: Die Light + Building als internationale Leitmesse der E-Branche spielt eine wichtige Rolle bei der Markteinführung neuester Produktlösungen und Innovationen. Hier werden Trends gesetzt, identifiziert und anschließend über Multiplikatoren in die Branche getragen. Damit werden in Frankfurt in gewissem Maße auch die Weichen für die zukünftigen Sortimente und Services im Elektrogroßhandel gestellt. Gleichzeitig weckt die Messe Interesse bei Endverwendern. Der Wunsch nach Elektrifizierung, intelligenter Steuerung, sinnvoller Vernetzung bei gleichzeitiger Sicherung des Datenschutzes und nachhaltigen Lösungen ist weiterhin groß. Hohe Produktqualität, Innovationen, Effizienz und Convenience steigern die Investitionsbereitschaft. (…)

Welche Innovationen der Light + Building sind aus Sicht des Elektrohandwerks sofort umsetzbar und wo klafft weiterhin eine Lücke zwischen Anspruch und Baustellenrealität?

Alexander Neuhäuser: Die Light + Building zeigt die Innovationen unserer Hersteller und damit die Stärke der Branche. Auch der ZVEH wird 2026 viele Innovationen im Bereich der Prozess Digitalisierung präsentieren. Für unsere offene Schnittstelle LeanConnect zeigen wir mit Partnern live vor Ort, wie Vernetzung funktioniert. Wir zeigen KI-Anwendungen für Ausschreibungen und für die Erfassung und Dokumentation von Projekten. Im Förderprojekt „Construct-X“ wird die Dateninfrastruktur für das Bauen der Zukunft entwickelt und „CraftForward“ bietet sogar konkrete Anwendungsfälle für Service und Reparatur. (…)

Welche technologischen Trends der Light + Building haben das größte Potenzial für Klimaschutz und Wachstum und welche politischen Weichenstellungen sind nötig, damit sie ihre Wirkung entfalten können?

Sarah Bäumchen: Intelligentes Energiemanagement, Integration von erneuerbaren Energien und KI-gestützte Digitalisierung von der Planungsphase bis zum Betrieb – diese Trends zeigen, dass Ökologie und Ökonomie im Gebäude keine Gegenspieler sind. Und dass besonders das Zusammenspiel vieler Technologien die besten Ergebnisse für den Klimaschutz bringt. Die teils ideologisch geführten Debatten um das Gebäudeenergiegesetz oder die EU-Gebäuderichtlinie ignorieren diesen Punkt und verunsichern unnötig. So gehören elektrische Wärmelösungen zu den effizientesten – für Umwelt und Geldbeutel. Das ist keine Frage von Ideologie, sondern der Physik. Eine Studie, die der ZVEI mit dem Fraunhofer ISI durchgeführt hat, zeigt deutlich: Durch den Einsatz elektrischer und digitaler Gebäudetechnologien können die Energiekosten in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus um 80 Prozent reduziert werden. (…)

Die gesamten Statements der Verbände finden Sie in der aktuellen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 03/2026.

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