Stresstest bestanden?!

Der Elektrogroßhandel atmet auf. Ein Kommentar von Uta Weil aus der Geschäftsstelle des VEG.

Nach langer Durststrecke sorgte der Juni für spürbare Erleichterung im Elektrogroßhandel. Während die ersten Monate des Jahres von schwankenden und nicht überzeugenden Umsatzentwicklungen geprägt waren, zeigt die Kurve im jüngsten Berichtszeitraum überraschend deutlich nach oben. Diese Dynamik verdankt die Branche allerdings keinem breiten, pauschalen Aufschwung – es sind einzelne Sortimentsbereiche, die das Geschäft tragen und die Verluste der Vormonate wettmachen. Welche Produktgruppen sich in diesen Wochen als echte Umsatztreiber bewiesen haben, zeigt der Blick ins Detail.

Zweistelliges Umsatzplus im Juni

Der Juni hatte zwei Arbeitstage mehr als im Vorjahr. Diese haben Handwerk und Industrie genutzt, um „ordentlich Umsatz“ zu machen: Im Elektrogroßhandel lag der Gesamtumsatz des Monats um fast 21 Prozent höher als im Vorjahr. Nach Ablauf des ersten Halbjahres fällt die Bilanz (bei gegenüber dem Vorjahr unveränderter Zahl von Arbeitstagen) mit einem Plus von fast fünf Prozent nun solide aus, nicht mehr so trübe wie in den vorherigen Monaten. Dem Sommermonat Juni sei Dank!

Besonders ins Auge sticht die Entwicklung im Bereich der Elektrohauswärmetechnik, wo sich im zweiten Quartal 2026 die regenerative Energieerzeugung (Wärmepumpen, Photovoltaik, Solarthermie, Energiespeicher) leicht stabilisiert hat. Diese Warengruppe trägt im Juni mit 14 Prozent und im gesamten ersten Halbjahr kumuliert mit zwölf Prozent zum VEG-Gesamtumsatz bei. Innerhalb der Kategorie ist das Volumen der regenerativen Energieerzeugung etwa neunmal so groß wie das der klassischen Elektrohauswärmetechnik (Elektroheizung, Wohnraumlüftung, Warmwasserbereitung, Klimageräte, Raumheizgeräte/Anlagenund Systemtechnik). Deren Entwicklung zog dynamisch vorbei, auch wenn die regenerativen Produkte ebenfalls über 30 Prozent im Plus waren. Es wurde fast 50 Prozent mehr umgesetzt als im Juni 2025 – der Rest des Jahres 2025 war in diesem Segment als verhalten positiv, ab Januar 2026 als verhalten negativ zu beurteilen. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund wichtig, dass die Erholung im regenerativen Bereich die im Vorjahr konstatierten negativen Entwicklungen ausgleichen musste. Bleibt zu hoffen, dass nach Beschluss des Gebäudemodernisierungsgesetzes und der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Anfang Juli nun Ruhe einkehrt, die Investitionen auf sicherer Basis getätigt werden und die Branche zurückkehrt auf den Wachstumspfad.

Den gesamten Kommentar von Uta Weil finden Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 08/2026.

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