Aus Neugier wurde ein Neuanfang

Mit Offenheit, Beharrlichkeit und einer großen Portion Neugier hat Kirsten Ziermann ihren beruflichen Weg völlig neu ausgerichtet. Im vierten Teil der Serie „ElektroHeldinnen“ erzählt sie ihre Geschichte und erklärt, warum Lebenserfahrung und die Bereitschaft, Neues zu lernen, in der Elektrobranche zu einer besonderen Stärke werden können.

„Ich wollte immer wissen, was eigentlich dahintersteht.“ Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch Kirsten Ziermanns Berufsleben. Aus der Neugier auf intelligente Gebäudetechnik entsteht zunächst Interesse, dann Begeisterung – und schließlich eine Entscheidung, die nur wenige treffen. Mit Anfang 50 beginnt sie eine Ausbildung zur Elektronikerin für Gebäudesystemintegration. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits vier erwachsene Kinder und ist dreifache Oma. Nach vielen Jahren im Büro tauscht sie ihren vertrauten Arbeitsalltag gegen Klassenarbeiten, Werkstattunterricht und Prüfungen. Für sie selbst fühlt sich dieser Schritt allerdings zunächst gar nicht wie ein Neuanfang an. „Eigentlich bin ich da mehr oder weniger reingerutscht“, sagt sie und lächelt.

Alles begann mit einer Frage

Der erste Berührungspunkt war in einem Elektrohandwerksbetrieb, in dem sie im Büro im Rechnungswesen arbeitete. Anfangs bearbeitete sie Grundrisse und erstellte Visualisierungen für Smart Home-Projekte. Bald begann sie, sich mit Gruppenadressen und der KNX-Programmierung zu beschäftigen. Je mehr sie lernte, desto größer wurde ihr Wunsch, die Technik hinter den Anwendungen wirklich zu verstehen.

Sie absolvierte erste KNX-Kurse und arbeitete sich in die ETS-Software ein. Da ihr elektrotechnische Grundlagen fehlten, brachte sie sich vieles selbst bei. YouTube-Videos wurden ebenso zu Lernquellen wie Gespräche mit den Elektrikern im Betrieb. „Ich habe immer wieder gesagt: Stopp, erklärt mir bitte, was ich da eigentlich mache.“ Irgendwann fiel im Gespräch mit ihrem Chef ein Satz, der alles veränderte: „Eigentlich müsstest du eine Elektriker-Ausbildung [machen].“ Für Kirsten Ziermann war sofort klar: Wenn ihr dafür elektrotechnisches Wissen fehlte, wollte sie es lernen. Ihr Chef machte sie daraufhin auf den damals neuen Ausbildungsberuf der Elektronikerin für Gebäudesystemintegration aufmerksam – genau die Qualifikation, die zu ihrer Tätigkeit passte.

Den gesamten Beitrag finden Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 08/2026.

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