Wenn Ende des Monats der Tankrabatt wegfällt, dürfte sich für viele Verbraucherinnen und Verbraucher die Frage nach dauerhaft hohen Energiepreisen neu stellen. 74 Prozent der Deutschen rechnen mit anhaltend hohen Energiepreisen und sehen die Energiekrise als langfristige Herausforderung. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Verian: Wer bereits elektrisch fährt, nimmt die Krise ganz anders wahr. Zudem fordert die Mehrheit der Deutschen strukturelle Verbesserungen für die Elektromobilität, etwa mehr Ladeinfrastruktur auf dem Land oder die Senkung der Stromsteuer.
74 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass die durch den Iran-Krieg ausgelöste Energiekrise keine vorübergehende Erscheinung ist, sondern die Energiepreise dauerhaft hoch bleiben werden. 58 Prozent berichten von erheblichen Auswirkungen auf ihr Haushaltsbudget. Um diese Entwicklung abzufedern, setzen viele Befragte gezielt auf Maßnahmen im Bereich Elektromobilität. Jeder Dritte Fahrer eines Benzin- oder Diesel-PKW überlegt aufgrund der Energiekrise ein Elektroauto anzuschaffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Verian.
Über die Hälfte der Befragten (55 Prozent) spricht sich dafür aus, dass die Bundesregierung den Kauf von Elektroautos unterstützt und anregt. Den stärksten Rückhalt hat der Ausbau der Ladeinfrastruktur in ländlichen Gebieten mit 67 Prozent. Dahinter folgen finanzielle Unterstützung für Ladeinfrastruktur zuhause oder am Arbeitsplatz (60 Prozent), sowie eine Senkung der Stromsteuer (59 Prozent). Eine Kaufprämie wünschen sich 51 Prozent der Befragten. Seit dem 1. Januar hat die jetzige Bundesregierung rückwirkend ein Förderprogramm für Elektroautos aufgesetzt.
Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass die Vorteile von Elektroautos von vielen noch zurückhaltend eingeschätzt werden: Nur 37 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Haushalte mit Elektroautos besser vor Energiepreissteigerungen geschützt sind. Aufschlussreich ist jedoch der Blick auf diejenigen, die bereits Erfahrung mit Elektromobilität haben: 79 Prozent der E-Auto-Fahrer sind überzeugt, dass E-Auto-Haushalte besser geschützt sind. Unter Fahrern von Verbrennern teilen nur 35 Prozent diese Einschätzung. Auch im tatsächlichen Haushaltsbudget zeigt sich ein Unterschied: 61 Prozent der Fahrer von Autos mit Verbrennungsmotor berichten von erheblichen finanziellen Auswirkungen der Energiekrise – unter E-Auto-Fahrern sind es 47 Prozent.
„Wer elektrisch fährt, spürt die aktuelle Energiekrise weniger im Portemonnaie – das zeigen die Daten eindeutig. Das Problem: Der ökonomische Vorteil von Elektroautos ist für viele Deutsche noch nicht ausreichend sichtbar. Mit steigenden Kraftstoffpreisen wächst jedoch der Kostenvorteil von Elektroautos noch mehr. Die Anschaffungskosten sind mittlerweile weitgehend vergleichbar, und Laden ist in den meisten Alltagssituationen günstiger als Tanken.“
Adrien Pagano (Referent Verkehrspolitik bei der Initiative Klimaneutrales Deutschland)








