Wie lassen sich erneuerbare Energien effizienter nutzen und Gebäude stärker in die Energieversorgung integrieren? Dr. Hee-Jung Yoon erklärt, welche Rolle Photovoltaik, Speicher und intelligente Quartierskonzepte dabei spielen und warum insbesondere Quartiere künftig zu zentralen Bausteinen eines nachhaltigen Energiesystems werden könnten.
Frau Dr. Yoon, Sie sprechen von energieflexiblen Gebäuden und Quartieren. Was bedeutet das konkret für die Praxis und wie verändert dieser Ansatz die Rolle von Gebäuden im Energiesystem der Zukunft?
Dr. Hee-Jung Yoon: Energieflexible Gebäude und Quartiere können ihren Energieverbrauch zeitlich an die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien anpassen. Dabei werden Strom- und Wärmeerzeugung, Speicher sowie Verbraucher intelligent miteinander verknüpft. In der Praxis bedeutet das beispielsweise, dass Wärmepumpen bevorzugt dann betrieben werden, wenn viel erneuerbarer Strom verfügbar ist oder die Strompreise niedrig sind. Überschüssige Energie wird in elektrischen oder thermischen Speichern zwischengespeichert und später bedarfsgerecht genutzt. Eine wichtige Rolle spielen thermische Speicher wie Pufferspeicher, aber auch die Gebäudemasse selbst. Massive Bauteile können Wärme zeitweise aufnehmen und später wieder abgeben. Dadurch verändert sich die Rolle von Gebäuden deutlich: Sie werden künftig nicht mehr nur Energieverbraucher sein, sondern aktive Bestandteile eines vernetzten Energiesystems.
Welche Rolle spielen PV-Anlagen?
Dr. Hee-Jung Yoon: Photovoltaik übernimmt in intelligent vernetzten Gebäuden und Quartieren eine zentrale Rolle für die lokale Energieversorgung. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel mit Batteriespeichern, Wärmepumpen und Energiemanagementsystemen. PV-Strom kann direkt für Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur oder den Gebäudebetrieb genutzt werden. Kurzfristige Überschüsse werden zunächst gespeichert, bevor Strom in das öffentliche Netz eingespeist wird. Smart Meter, Sensoren und digitale Regelungssysteme erfassen dabei Energieflüsse und Verbrauch kontinuierlich und ermöglichen eine gezielte Steuerung von Speichern oder Wärmepumpen. Gerade in gemischt genutzten Quartieren entstehen dadurch Vorteile, weil sich unterschiedliche Verbrauchsprofile besser ausgleichen lassen und lokal erzeugte Energie effizienter genutzt werden kann.
Das gesamte Interview finden Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 06/2026.








