BIP: Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2026

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem ersten Quartal 2026 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, fiel das Wachstum damit um 0,1 Prozentpunkte stärker aus als in der Schnellmeldung vom 30. Juli 2026 berichtet. Grund dafür waren unter anderem eine positivere Entwicklung der Umsätze im Groß- und Einzelhandel sowie nach oben revidierte Exporte.

Der Außenhandel entwickelte sich im zweiten Quartal positiv. Gegenüber dem Vorquartal wurden 2,0 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert. Vor allem die Warenausfuhren legten mit 2,6 Prozent zu, während die Dienstleistungsexporte unverändert blieben. Auch die Importe stiegen: Insgesamt wurden 1,5 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen eingeführt als im ersten Quartal. Die Warenimporte erhöhten sich dabei um 2,1 Prozent, die Dienstleistungsimporte um 0,3 Prozent.

Weniger Investitionen in Ausrüstungen

Bei den Investitionen zeigte sich dagegen ein verhalteneres Bild. Die Bruttoanlageinvestitionen gingen gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent zurück. Besonders die Investitionen in Ausrüstungen – darunter Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – sanken um 1,4 Prozent. Die Bauinvestitionen erhöhten sich leicht um 0,1 Prozent. Auch der Konsum entwickelte sich nur schwach. Sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben stiegen gegenüber dem Vorquartal jeweils um 0,1 Prozent.

Verarbeitendes Gewerbe steigert Wertschöpfung

Die Bruttowertschöpfung erhöhte sich im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent. Besonders das Verarbeitende Gewerbe entwickelte sich positiv und steigerte seine Wertschöpfung um 0,9 Prozent. Zuwächse verzeichneten insbesondere die Herstellung von chemischen Erzeugnissen sowie die für die Elektrobranche relevante Herstellung von elektrischen Ausrüstungen.

Im Baugewerbe blieb die Wirtschaftsleistung mit einem Rückgang von 0,1 Prozent nahezu unverändert. Die meisten Dienstleistungsbereiche konnten dagegen zulegen.

BIP liegt 1,0 Prozent über dem Vorjahresniveau

Auch gegenüber dem Vorjahresquartal entwickelte sich die deutsche Wirtschaft positiv. Das preisbereinigte BIP lag im zweiten Quartal 2026 um 1,0 Prozent über dem Niveau des zweiten Quartals 2025.

Besonders deutlich legte der Außenhandel zu. Die preisbereinigten Exporte stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,7 Prozent. Die Warenexporte erhöhten sich sogar um 5,0 Prozent. Dazu trugen unter anderem höhere Ausfuhren von chemischen Erzeugnissen, Datenverarbeitungsgeräten sowie elektrischen und optischen Erzeugnissen bei. Besonders der Warenhandel mit den Ländern der Europäischen Union nahm zu.

Die Importe von Waren und Dienstleistungen erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 2,5 Prozent. Bei den Warenimporten betrug das Plus 4,2 Prozent. Hier spielten unter anderem höhere Einfuhren von Datenverarbeitungsgeräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen sowie Kraftwagen und Kraftwagenteilen eine Rolle.

Ausrüstungsinvestitionen im Vorjahresvergleich gestiegen

Im Vergleich zum zweiten Quartal 2025 nahmen die preisbereinigten Ausrüstungsinvestitionen um 1,1 Prozent zu. Insbesondere die Investitionen des Staates erhöhten sich. Insgesamt wurde mehr in Maschinen und Geräte investiert als ein Jahr zuvor, während die Investitionen in Fahrzeuge zurückgingen. Die Bauinvestitionen sanken dagegen um 1,5 Prozent.

Die Konsumausgaben lagen preisbereinigt 1,0 Prozent über dem Vorjahresniveau. Dabei entwickelte sich der private Konsum mit einem Plus von 0,1 Prozent nur schwach, während die staatlichen Konsumausgaben um 3,0 Prozent zunahmen.

Verarbeitendes Gewerbe erstmals seit 2023 im Vorjahresplus

Die Bruttowertschöpfung insgesamt stieg gegenüber dem zweiten Quartal 2025 um 1,1 Prozent. Auch das Verarbeitende Gewerbe verzeichnete ein Plus von 1,1 Prozent und damit erstmals seit dem ersten Quartal 2023 wieder einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Zu den Bereichen mit Umsatzzuwächsen gehörte erneut die Herstellung von elektrischen Ausrüstungen. Auch der sonstige Fahrzeugbau entwickelte sich positiv. Die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen mussten dagegen Rückgänge hinnehmen. Im Baugewerbe sank die Bruttowertschöpfung um 1,6 Prozent.

Weniger Erwerbstätige als vor einem Jahr

Die Wirtschaftsleistung wurde im zweiten Quartal von rund 45,7 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 212.000 Personen beziehungsweise 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe ging die Zahl der Erwerbstätigen erneut deutlich zurück. Die Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigenstunde, erhöhte sich dagegen um 1,5 Prozent.

Deutschland wächst schwächer als die EU

Im europäischen Vergleich entwickelte sich die deutsche Wirtschaft etwas schwächer. Während das BIP in Deutschland gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent zunahm, verzeichnete die Europäische Union insgesamt ein Wachstum von 0,5 Prozent. Spanien erreichte unter den großen EU-Mitgliedstaaten mit 0,7 Prozent das stärkste Wachstum. In Frankreich und Italien stieg die Wirtschaftsleistung jeweils um 0,2 Prozent.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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