PwC-Studie 2026 zur deutschen Bauindustrie

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Bauindustrie bleibt auch 2026 angespannt. Die größte Herausforderung der Branche ist der hohe Kostendruck, unter dem 91 Prozent der Unternehmen leiden. Drei von vier Firmen berichten zudem, dass Bauprojekte verschoben oder ganz gestrichen werden. Ein Hoffnungsträger für die Branche ist das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität, von dem sich die Mehrheit einen positiven Einfluss auf ihr Geschäft erhofft. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Befragung im Auftrag von PwC Deutschland unter 150 Bauunternehmen, Planungsbüros und erstmals auch Bauzulieferern.

Ein wichtiger Hebel, um die Transformation in der Branche voranzutreiben, ist die Digitalisierung. Das Problem: Obwohl die Unternehmen das große Potenzial digitaler Technologien wie KI-basierter Anwendungen oder Simulations-, Visualisierungs- und Cloud-Technologien erkennen, bremsen fehlendes fachliches Know-how und Cyber-Risiken die Umsetzung.

Auch die Befragten sehen die größte Herausforderung für eine schnellere Digitalisierung im fehlenden digitalen Know-how und dem anhaltenden Fachkräftemangel. Umso wichtiger ist es, dass die Unternehmen der Branche technologische Kompetenz zur Kernfähigkeit erklären. Aber auch die Cyber-Sicherheit macht den Unternehmen zunehmend zu schaffen: 72 Prozent sehen hierin einen Stolperstein bei der Nutzung digitaler Lösungen.

Der Impuls zur Digitalisierung muss allerdings aus dem Unternehmen selbst kommen, denn der Modernisierungsschub von außen bleibt aus: Digitale Lösungen werden in Vergabeverfahren immer seltener eingefordert. Lediglich ein Sechstel (17 Prozent) der Befragten berichtet von einer starken Nachfrage nach digitalen Lösungen. Die Branche liegt damit deutlich unter dem Niveau von 2021 – damals gaben immerhin 32 Prozent der Unternehmen an, dass die Nachfrage nach digitalen Lösungen in Vergaben hoch ist.

Nicht zuletzt gewinnt das Thema Nachhaltigkeit in der Branche strategisch an Bedeutung, obwohl die regulatorischen Vorgaben zuletzt entschärft wurden. 87 Prozent der Befragten geben an, dass die Bedeutung von ESG in ihrem Unternehmen gleichgeblieben oder gestiegen ist. Knapp die Hälfte verzeichnet sogar einen Bedeutungszuwachs. Lediglich jedes neunte Unternehmen verzeichnet einen Rückgang.

Verschiebungen zeigen sich bei den Treibern für Nachhaltigkeit: Zwar bleiben gesetzliche Vorgaben sowie Anforderungen von Auftraggebern und Kunden die wichtigsten Taktgeber, aber ihr Einfluss hat im Vergleich zum Vorjahr spürbar nachgelassen. Dafür spielen Reputation und Mitarbeitenden-Bindung eine immer wichtigere Rolle, um die Nachhaltigkeitstransformation im Unternehmen voranzubringen.

Weitere Ergebnisse der Studie finden sie hier: PwC-Studie 2026 zur deutschen Bauindustrie

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