Vier Stimmen aus dem VEG-Vorstand: Mario Richter, Thomas Röder, Klaus Triefenbach und Philipp Naumann blicken auf aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der Branche.
Welche politischen oder wirtschaftlichen Impulse wären aus Ihrer Sicht notwendig, um die Baukonjunktur nachhaltig zu stabilisieren?
Thomas Röder (Geschäftsführer Uni Elektro Fachgroßhandel GmbH & Co. KG): „Zur Stabilisierung der Baukonjunktur braucht es Tempo, Planbarkeit und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen. Hohe Bau- und Finanzierungskosten, komplexe Vorgaben und verunsicherte Investoren bremsen vor allem den Wohnungsbau. Die Politik hat die strukturelle Problematik weitestgehend erkannt, jedoch greifen die gesetzten politische Maßnahmen in der Praxis bislang zu langsam. Die Bauwirtschaft folgt zudem der gesamtwirtschaftlichen Lage. Unsicherheit bei Verbrauchern und Unternehmen dämpft Investitionen – entscheidend sind hier Vertrauen und Planungssicherheit. Deshalb muss die Umsetzung deutlich schneller werden. Genehmigungsverfahren dauern weiterhin zu lange, Förderprogramme sind zu komplex, befristet oder werden kurzfristig geändert. Nötig sind langfristig verlässliche, wirtschaftliche und praktikable steuerliche sowie regulatorische Regeln. Pauschale Investorenkritik schadet dem Klima – Investoren sind Teil der Lösung. Im Gebäudebestand liegen die größten Hebel: Modernisierung und energetische Sanierung sind heute wichtiger als Neubau, reagieren aber besonders sensibel auf Konjunktur und wechselnde politische Rahmenbedingungen. Meine Forderung: weg von kurzfristigen Einzelmaßnahmen und wechselnden Signalen, hin zu schneller Umsetzung, verlässlichen Rahmenbedingungen und einer investitionsfreundlichen Haltung. Nur mit Tempo, Klarheit und Vertrauen lässt sich die Baukonjunktur nachhaltig stabilisieren.“
Wie positioniert sich der Elektrogroßhandel künftig zwischen Industrie, Handwerk und neuen Wettbewerbern?
Klaus Triefenbach (VP Regional Sales Sonepar Deutschland/Region Nord‑Ost GmbH): „Der Elektrogroßhandel ist nach wie vor die Schnittstelle zwischen Handwerk und Industrie. Seine Rolle verschiebt sich vom ,Logistikdienstleister‘ zum Systempartner. Denn neben Verfügbarkeit und Lieferung ist der Elektrogroßhandel Technologieberater, Projektpartner, Prozessoptimierer und Datenlieferant. Der Elektrogroßhandel steht an einem strategischen Wendepunkt: Kurzfristig müssen die Vorkehrungen getroffen werden, um mit Schwung aus der Krise zu kommen. Mittel- und langfristig wird es entscheidend sein, das Geschäftsmodell zu transformieren, um eine klare Differenzierung zu Versanddienstleistern sicherzustellen. Wer sich vom Händler zum Lösungs- und Systemanbieter entwickelt, wird Bestand haben.“
Alle Statements finden Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 05/2026.








