„Licht kann irreversible Alterungsprozesse auslösen“

Die Forschungsteams der Kunstgeschichte an der Universität Regensburg und der Lichttechnik an der TU Darmstadt untersuchen in ihrem gemeinsamen Projekt „Styles of Color and Modes of Art Centric Lighting“, wie sich unterschiedliche Lichtszenarien in Museen auf das Seherlebnis auswirken und dazu beitragen können, empfindliche Kunstwerke zu schützen. Prof. Dr. Christoph Wagner gibt dazu einen ersten Einblick.

Warum ist gerade jetzt die Zeit, zu „Licht im Museum“ zu forschen?

Prof. Dr. Christoph Wagner: Das Thema „Licht“ ist heute international für Museen relevant, weil sich hier mehrere zukunftsweisende Entwicklungen überlagern. Museen stehen massiv unter Druck, energetisch nachhaltig zu wirtschaften. Zugleich trifft man hier auf höchste Anforderungen an die Wahrnehmung und Inszenierung von Kunst. Hinzukommen Fragen zur Konservierung und zum Zusammenspiel mit der Architektur. Es gilt zu klären, wie sich optimale Sichtbarkeit, Energieeffizienz und konservatorischer Schutz miteinander verbinden lassen. Forschung kann helfen, wissenschaftliche Richtlinien zu entwickeln. Für die Kunstgeschichte eröffnet sich die spannende Frage, wie Beleuchtung auch deren ästhetische Wirkung und historische Bedeutung mitprägt.

Welche Rolle spielt Beleuchtung bei den konservatorischen Bedingungen zur nachhaltigen Bewahrung der Kunstobjekte?

Prof. Christoph Wagner: Beleuchtung ist ein wesentlicher konservatorischer Faktor, weil Licht irreversible Alterungsprozesse auslösen kann. Eine materialgerechte Beleuchtung gehört deshalb zu den wichtigsten Maßnahmen der nachhaltigen Bestandserhaltung. Dafür gibt es feste Normen, wie zum Beispiel 50 Lux für sehr lichtempfindliche Objekte wie Textilien. Diese Werte werden in unserem Projekt strikt eingehalten.

Das gesamte Interview finden Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 06/2026.

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