Im Interview mit der ElektroWirtschaft spricht Joachim See, Leiter Marketing und Unternehmenskommunikation MENNEKES Elektrotechnik GmbH & Co. KG, unter anderem über die Positionierung der drei Geschäftsbereiche bei MENNEKES, die Herausforderungen einer digitalen Vermarktungsstrategie und die Bedeutung der Datenschnittstelle ELBRIDGE.
ElektroWirtschaft: Mennekes hat in den letzten Jahren drei Geschäftsbereiche aufgebaut – Industriesteckvorrichtungen, Elektromobilität und Automotive. Wie schaffen Sie es, diese drei Säulen im digitalen Zeitalter zu positionieren?
Joachim See: Die Anforderungen der einzelnen Geschäftsbereiche sind unterschiedlich: Bei den Industriesteckvorrichtungen geht es darum, das mit umfangreichste Angebot am Markt über neue digitale Services leichter zugänglich und einsetzbar zu machen. Die eMobility hingegen wird ein Massenmarkt der Zukunft werden, in dem MENNEKES gemeinsam mit seinen Partnern schon heute Standards gesetzt hat und weiterhin setzen wird. Die Ladesäule wird zur Selbstverständlichkeit im privaten und öffentlichen Bereich werden. Hier bieten wir die Infrastruktur inklusive Lastmanagement und Abrechnungslösung in der Cloud. Und im Automotive-Bereich arbeiten wir heute schon mit Kunden wie Daimler, Jaguar, Tesla, VW und Volvo zusammen. Das bedeutet, sich mit dem eigenen Angebot immer wieder höchsten Innovations-, Qualitäts- und Performanceansprüchen zu stellen. Wir haben also einen etablierten Bereich, einen im Durchbruch zum Massenmarkt und einen Geschäftsbereich als steten Treiber für Entwicklung und Produktion. Dennoch steht über allem die Marke MENNEKES als ein klares Versprechen in Sachen Qualität und Marktnähe. Und mit einem eindeutigen Bekenntnis zum qualifizierten Fachvertrieb und seinen Partnern.
ElektroWirtschaft: Vor welchen Herausforderungen sehen Sie Ihr Unternehmen in Bezug auf eine digitale Vermarktungsstrategie?
Joachim See: Die Geschwindigkeit, Transparenz und Durchlässigkeit der Märkte nimmt zu. Das hat Vorteile für eine Marke, die innovativ, schnell und international aufgestellt ist. MENNEKES ist also in einer guten Ausgangssituation. Aber es gibt auch neue Anbieter mit zum Teil disruptiven Geschäftsmodellen, auf die wir uns einstellen müssen. Dennoch gilt es bei aller Dynamik im Blick zu behalten, dass nur nachhaltige Lösungen Märkte wirklich gestalten. Dafür stehen wir als Familienunternehmen. Dafür entwickeln wir unser Angebot, unsere Marktzugänge und unsere Partnerschaft mit Handel und Handwerk stetig weiter. Dafür brauchen wir aber auch umgekehrt das Bekenntnis dieser Partner zu unserer Marke.
ElektroWirtschaft: Wie hat sich das Produktinformationsverhalten der Kunden verändert?
Joachim See: Fast alle Kaufentscheidungen werden heute online vorbereitet. Im Netz sind alle Informationen für jeden verfügbar. Das bedeutet, dass sich das Fachhandwerk mit zum Teil umfangreich vorinformierten Kunden auseinandersetzen muss. Die Komplexität in der Beratung wird höher. Auf beide Themen müssen wir eingehen. Es geht um eine Vereinfachung für Planer, eine aktive Unterstützung für Fachhandwerker und bestmöglichste Informationen für Endverbraucher und Entscheider im jeweiligen Kundensegment. Dem wollen wir auch mit unserem neuen Internet-Auftritt entsprechen.
ElektroWirtschaft: Welche Kommunikationsinstrumente sind für Sie heute von Bedeutung? Was hat sich in den letzten Jahren verändert?
Joachim See: Den Wandel in Richtung digitaler Medien treibt MENNEKES schon seit einigen Jahren voran. Unsere Homepage, das Beratungsportal ChargeUpYourDay für die eMobility, aber auch unser Engagement im Content-Marketing und in den Social Media zeigen das deutlich. Für uns steht das Informationsbedürfnis unserer Partner und Kunden im Mittelpunkt. Dazu gehört es auch, den persönlichen Austausch nicht zu vergessen. Die großen Messen sind für uns nicht reine Produktschauen, sondern Dialog-Plattformen. Das persönliche Erleben wird neben allen digitalen Angeboten wichtiger. Deshalb haben wir auf dem EUREF-Campus in Berlin einen eigenen Showroom im Umfeld anderer Innovationsführer eröffnet. Wir haben dort ein viel beachtetes Symposium zu zehn Jahren Elektromobilität durchgeführt, an dem neben vielen Experten auch die Bundeskanzlerin teilgenommen hat.
ElektroWirtschaft: Die Optimierung von E-Commerce und Marketing spielt bei beim Thema Digitalisierung eine große Rolle. Mit welcher Ausgangssituation sind Sie gestartet und wie stellen Sie sich für die Zukunft auf?
Joachim See: In Zeiten der Digitalisierung nimmt das Bedürfnis nach Orientierung zu. Eine durchgängige Markenführung online und offline bekommt deshalb eine noch größere Bedeutung. An dieser Stelle haben wir vor einem Jahr angesetzt, unseren Auftritt, unsere Botschaften und unseren Claim überarbeitet. MENNEKES – MY POWER CONNECTION steht jetzt für eine klare Positionierung, die nach innen und außen konsequent kommuniziert wird. Parallel nutzen wir die Digitalisierung, um den Service für unsere Kunden auszubauen, näher an unsere Partner heranzurücken. Auf unserer Website wird es deshalb ein neues Service-Portal geben, das von der Bereitstellung digitaler Produktdaten über eLearnings, Konfiguratoren und Planungshilfen bis hin zur Verfügbarkeitsprüfung von Produkten reicht. So erleichtern wir unseren Partnern im Fachvertrieb die Arbeit, machen sie fit für die neuen Anforderungen in der digitalen Welt.
ElektroWirtschaft: Welche Rolle spielt die Datenschnittstelle ELBRIDGE zur Anbindung der Shops der Großhändler an Ihre Produktkonfiguratoren?
Joachim See: MENNEKES begrüßt die Möglichkeit, digitale Servicefunktionen von Handel und Hersteller für das Handwerk noch besser zu verzahnen. Zum Beispiel haben wir den Lösungsfinder ChargeUpYourDay bereits via ELBRIDGE mit den Online-Shops von Fachgroßhändlern verbunden. Aber auch im Geschäftsfeld der Industriesteckvorrichtungen werden wir entsprechende Funktionen anbieten. Die Merkzettelfunktion auf unserer neuen Website soll zukünftig die ELBRIDGE-Schnittstelle (auch 2.0) werden. Für uns geht es darum, dem Handwerk die tägliche Arbeit zu erleichtern.
ElektroWirtschaft: Welchen Stellenwert nimmt Social Media bei MENNEKES ein?
Joachim See: Kommunikation in digitalen Zeiten ist nichts Statisches mehr. Der unmittelbare Dialog mit unseren Partnern und Kunden, aber auch mit bestehenden und zukünftigen Mitarbeitern oder generell mit Interessenten und auch Endkunden auf Plattformen wie Twitter, YouTube, Facebook oder auch LinkedIn hat für uns eine hohe Bedeutung. Im Vergleich zu anderen Medien kann die Marke hier eine ganz andere Nähe zum Markt aufbauen. Davon profitieren wir auf allen Ebenen. Deshalb werden wir unser Engagement in diesem Bereich bis hin zum Aufbau einer eigenen MENNEKES Community konsequent weiterentwickeln.








