Sind Gebäudetyp E und der Bau-Turbo die Lösung? Das diskutierten die Teilnehmer der gleichnamigen Diskussionsrunde, die am 22. September im Rahmen des „Dialogtages“ in Berlin stattfand. Dazu eingeladen hatte das Bündnis Gebäudewende (BGW), zu dessen Mitgliedern auch der ZVEH zählt.
Zum Dialogtag eingeladen waren Vertreter aus Verbänden, Wirtschaft und Wissenschaft, Mitglieder des Deutschen Bundestages sowie Vertreter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) und des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB).
ZVEH bei Podiumsdiskussion vertreten
Standen im ersten Block des Dialogtages unter dem Titel „Marktrunde 2026“ vor allem Klimaschutz und Wirtschaftspolitik im Mittelpunkt, ging es in der anschließenden Podiumsdiskussion vor allem darum, wie sich die Kosten beim Bauen senken lassen. Teilnehmende auf dem Podium waren Hendrik Bollmann, baupolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Katalin Gennburg, Sprecherin für Bauen, Stadtentwicklung und Tourismus aus der Bundestagsfraktion „Die Linke“,Lutz Brinkmann, CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Mitglied im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen, sowie Michel Durieux, Hauptabteilungsleiter Wirtschaft beim Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e. V. (ZDB). Den ZVEH vertrat Referatsleiter Recht und Wirtschaft, Dominik Räder. Diskutiert wurde über den Bau-Turbo, deutlich mehr Zeit nahmen sich die Diskutanten jedoch für den Gebäudetyp E.
Dabei wies Dominik Räder gleich zu Beginn der Runde darauf hin: Eine – von den Medien vielfach zitierte – bindende Vorgabe bezüglich der Mindestanzahl an Steckdosen im Gebäude existiert nicht. Gemeinsam mit seinem ZDB-Kollegen Michel Durieux machte Räder außerdem deutlich: Normen pauschal zu streichen, wäre der falsche Weg.
Normen nicht pauschal streichen
Gerade in der Elektrotechnik, so Räder, würden Normen Sicherheit gewährleisten und Betrieben durch standardisierte Leistungen eine belastbare Grundlage für Planung und Kalkulation geben. Deshalb sollten Normen nach Ansicht der e-handwerklichen Organisation gezielt überprüft werden, aber nicht pauschal entfallen, wo sie die Sicherheit von Menschen und Gebäuden betreffen.
Konsens bestand in der Diskussionsrunde darüber, dass der vor einem Jahr eingeführte Bau-Turbo Planungsprozesse nachweislich erleichtere und dass es möglich sein müsse, von bestimmten bauplanungsrechtlichen Vorgaben abzuweichen. Allerdings stellte der ZVEH-Referatsleiter auch hier klar: Bezahlbares Bauen braucht immer auch klare, verlässliche und praxistaugliche Standards. Deshalb müssten Komfortanforderungen auf ihre Entbehrlichkeit überprüft, sicherheitsrelevante Standards jedoch unbedingt erhalten werden. Und: ZVEH und ZVEI plädierten dafür, künftig nicht nur die reinen Baukosten in den Blick zu nehmen, sondern auch den Betrieb des Gebäudes. Schließlich kann der Einsatz intelligenter Gebäudeautomation einen wichtigen Beitrag leisten, um über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg Kosten zu reduzieren.








