Im April 2026 sind die wertmäßigen Auftragseingänge in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie weiter gestiegen. Gegenüber Vorjahr legten sie um 6,3 Prozent zu. „Allerdings entwickelten sich die Inlands- und Auslandsbestellungen dabei äußerst gegensätzlich”, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Erstere fielen um 9,1 Prozent geringer aus als ein Jahr zuvor, letztere zogen dagegen um ein Fünftel (20,8 Prozent) an. Kunden aus der Eurozone erhöhten ihre Orders im April um 12,1 Prozent, während die Geschäfte mit Partnern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums um 25,8 Prozent wuchsen.
Im weniger schwankungsanfälligen Gesamtzeitraum der ersten vier Monate dieses Jahres lagen die Auftragseingänge 6,5 Prozent gegenüber Vorjahr im Plus. Hier gaben die Orders aus dem Inland nur leicht um 0,5 Prozent nach, während die Bestellungen ausländischer Kunden um 12,1 Prozent anzogen. Dabei stiegen die Auftragseingänge aus dem Euroraum und aus Drittländern nahezu identisch, nämlich um 12,2 bzw. 12,0 Prozent.
Die um Preiseffekte bereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter in Deutschland lag im April 2,2 Prozent über ihrem Vorjahresniveau. “Damit ergibt sich jetzt erstmals auch für den Gesamtzeitraum von Januar bis April ein kleines Plus von 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr”, so Gontermann.
Der nominale Umsatz der deutschen Elektrobranche stieg im April 2026 um 6,2 Prozent gegenüber Vorjahr auf 19,0 Milliarden Euro. Hier wuchsen die Erlöse aus dem Inland um 5,8 Prozent und die aus dem Ausland um 6,6 Prozent. Während die Geschäfte mit Kunden aus dem Euroraum im April praktisch stagnierten (- 0,1 Prozent), konnte der Umsatz mit Drittländern um mehr als ein Zehntel (+ 10,8 Prozent) gesteigert werden.
In den ersten vier Monaten dieses Jahres summierten sich die aggregierten Branchenerlöse insgesamt auf 75,8 Milliarden Euro – ein Plus von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Inlandsumsatz stieg von Januar bis April um 6,0 Prozent, die Erlöse mit Partnern aus dem Ausland um 2,7 Prozent. „Hier haben wir etwas stärkere Impulse aus der Eurozone im Verglich zum Nicht-Euroraum gesehen“, so Gontermann.
Ihre Produktionspläne haben die Unternehmen der deutschen Elektro- und Digitalindustrie im Mai spürbar heraufgesetzt. So zog der Saldo aus Firmen, die ihren Output in den nächsten drei Monaten steigern bzw. drosseln wollen, von plus eins auf plus elf Prozentpunkte an. Auch die Beschäftigungsabsichten haben sich zuletzt aufgehellt. Ende des ersten Quartals waren 871.200 Beschäftigte in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie tätig und damit 1,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 14.500 arbeiten derzeit kurz.
„Trotz der Vielzahl an globalen Unsicherheiten ist das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie im Mai dieses Jahres unterm Strich wieder etwas gestiegen“, sagte Gontermann. So wurde insbesondere die aktuelle Lage deutlich besser beurteilt als im April. Dagegen ließen die allgemeinen Geschäftserwartungen etwas nach. Auch die spezifischeren Exporterwartungen haben im Mai nachgegeben, blieben per Saldo aber deutlich im Plus.








