Berufsschulen passen Unterrichts­inhalte an neues Berufsbild an

Die Neuordnung unseres bislang so erfolgreichen Branchenberufs Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel erfolgte nicht zuletzt zur Steigerung der Attraktivität des Berufsbildes und weil die letzte Reform 2006 umgesetzt wurde. Die Entscheidung fiel vor allem, weil sich die Anforderungen im Groß- und Außenhandel verändert haben.

Nur exemplarisch genannt seien:

o die Digitalisierung von Geschäftsprozessen (E-Business) und E-Commerce,

o die Bedeutung von waren- und kundenbezogenen Dienstleistungen,

o die vertiefende Beratung und kundenindividuelle Problemlösung,

o die Prozessorientierung und das Projektmanagement sowie

o die starke Handlungs- und Kompetenzorientierung.

Künftig werden im Elektrogroßhandel nun also Kaufleute für Großhandelsmanagement ausgebildet. Bereits Mitte Februar hatte die Betreuerin des Bereichs Bildung in der VEG-Geschäftsstelle, Uta Weil, Gelegenheit zum intensiven Austausch mit drei Vertreterinnen des Friedrich-List-Berufskollegs in Bonn: Margarete Lanzrath, Ute Morgenstern und Heike Schäfer. Denn nicht nur die Unternehmen haben jetzt alle Hände voll zu tun, ihre betriebsinternen Ausbildungspläne an die neue Verordnung „Kaufmann/Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement“ anzupassen. Auch die Berufsschulen sind stark gefordert, ihre Lehrpläne an den neuen Vorgaben auszurichten. Das Phänomen, dass der Großhändler zum Problemlösungsanbieter wird, spielte in dem Gespräch eine wichtige Rolle. Zukünftig muss dadurch bei der Konzeption von Angeboten und Prozessen im Großhandel noch mehr vom Kunden her gedacht werden. Erfreut zeigten sich die erfahrenen Berufsschullehrerinnen über die deutliche Abgrenzung der Lernfelder im 3. Jahr im Rahmenlehrplan, der jetzt in der „Oberstufe“ zwischen der Fachrichtung Großhandel und der Fachrichtung Außenhandel unterscheidet. Sie begrüßten auch die Gewichtung der Prüfungsbereiche. Viele der neugruppierten Inhalte wurden positiv aufgenommen und der Umstieg auf die gestreckte Abschlussprüfung aus didaktischen Gründen unterstützt. Durch das intensive Gespräch konnten auch Unklarheiten bei der praktischen Umsetzung beseitigt werden.

Ergebnis des Treffens von Schul- und Verbandsseite war, dass es für die Berufsschulen von enormer Wichtigkeit ist, sich mit den Unternehmen bereits jetzt, in der Planungsphase für das neue Ausbildungsjahr, auszutauschen. Wer also Auszubildende im neuen Beruf Kaufmann/Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement in die Klassen schickt, sollte zeitnah das Gespräch mit den Berufsschulen suchen. Nur so erfahren die Lehrkräfte mehr über betriebliche Realitäten, den Stand der Umsetzung der neuen Ausbildungsverordnung in den Unternehmen und konkrete Nutzungen von unterschiedlichen Plattformen. So wird die Ausbildung im Großhandel Hand in Hand mit den Bildungseinrichtungen weiterentwickelt und der neue Premiumberuf zum Erfolgsmodell! Die Empfehlung von Verbandsseite lautet also: Treten Sie in Kontakt mit Ihrer Berufsschule und führen Sie Gespräche zur optimalen Verzahnung von Theorie und Praxis – zum unmittelbaren Nutzen für Ihre Auszubildenden und für Effizienz und guten Ruf der Ausbildung in Ihrem Unternehmen!

Detaillierte inhaltliche Informationen zum modernisierten Berufsbild erhalten Sie auf der Homepage des BGA unter www.bga.de/grosshandeln. Hier können Sie Präsentationen herunterladen und finden Vorlagen für Flyer und Rollups. Die Termine in Ihrer Nähe finden Sie stets aktuell ebenfalls auf der Seite. Ergänzend zu Ausbildungsordnung und -rahmenplan sowie Rahmenlehrplan für Berufsschulen folgt demnächst die BIBB-Umsetzungshilfe für die Ausbildungspraxis. Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle ist Uta Weil, weil@veg.de.

Prüfungen werden verschoben

Die Industrie- und Handelskammern (IHKs) verschieben die für April und Mai geplanten schriftlichen Azubi-Abschlussprüfungen in den Sommer 2020. Hiervon sind nun auch die angehenden Kaufleute im Groß- und Außenhandel betroffen, deren Prüfung bislang für Ende April war. Bis einschließlich Mai finden auch keine IHK-Weiterbildungsprüfungen statt. Diese werden zwischen Juni und August nachgeholt. Darauf haben sich die zuständigen IHK-Gremien verständigt.

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