Gelebte Energiewende im Handwerksbetrieb

Die Firma Veith Gebäudetechnik aus Bühl wurde im Dezember 2018 als ersten „Ort voller Energie“ ausgezeichnet.
Damit ist der baden-württembergische Elektro-Innungsfachbetrieb erster Vorzeigebetrieb der Landeskampagne „Unser Land voller Energie“ zur Energiewende. Landes-Umweltminister Franz Untersteller war vom Firmengebäude und dem dazugehörigen Energiekonzept beeindruckt. Die ElektroWirtschaft erkundigte sich bei Inhaber Alfred Veith über seine Firmenphilosophie.

Um zu zeigen, wie Energiewende vor Ort funktioniert, zeichnete das Umweltministerium als ersten „Ort voller Energie“ das Unternehmen Veith Gebäudetechnik aus Bühl aus. Der Innungsfachbetrieb überzeugte unter anderem durch das Firmengebäude sowie das dazugehörige Energiekonzept und punktete zusätzlich damit, Multiplikator zu sein, der auch seinen Kunden intelligente und effiziente Lösungen rund um das Thema Energie bietet.

Bei einer Führung durch die über 1 000 Quadratmeter Büro-, Ausstellungs- und Lagerfläche zeigte Geschäftsführer Alfred Veith, was an Energieeinsparung heute möglich ist. „Bei Veith ist der nachhaltige Umgang mit Energie Teil der Unternehmenskultur“, sagte Franz Untersteller im Anschluss an den Firmenrundgang. „Veith Gebäudetechnik beeindruckt durch Konsequenz, mit der Energieeffizienz und Ressourcenschonung in betrieblichen Entscheidungen und Prozessen umgesetzt wird. Das ist beispielhaft.“ Als Auszeichnung überreichte er Geschäftsführer Alfred Veith eine Wandplakette mit der Inschrift „Hier wird die Energiewende gelebt“. Dabei bedankte er sich bei ihm für sein Engagement für die Energiewende in der Region.

„Wir freuen uns über die Auszeichnung sehr und dass das Gesamtkonzept unseres Gebäudes gewürdigt wird. Da wir jeden Tag live miterleben, wie sich energieeffiziente Gebäudetechnik lohnt, können wir auch glaubwürdig unsere Kunden dementsprechend beraten. Vielen Dank auch an unsere Mitarbeiter, die immer da sind, wenn man sie braucht“ meinte Alfred Veith bei der Übergabe.

Ein Gebäude voller Energie

Das Gebäude liegt 25 Prozent unter den Vorgaben der gültigen Energieeinspeiseverordnung und spart durch die installierten Technologien fast 34 000 kWh oder 3 400 Liter Heizöl pro Jahr ein. Für ein gutes Raumklima der Firma sorgt die Fußbodenheizung, welche auch zur passiven Raumkühlung im Sommer dient und durch eine Wärmepumpe betrieben wird. Als Reserve für die extrem kalte Winterzeit ist ein Pellet-Ofen integriert. Die Lüftungsanlage ist ebenfalls durch eine kleine Wärmepumpe betrieben und erwärmt das benötigte Wasser auf. Eine Photovoltaikanlage mit 85kW auf dem Firmendach, ein Carport mit 35kW und ein Windrad vor dem Gebäude mit einer Leistung von 10kWp sind zusätzlich vorhanden. Der Batteriespeicher im Gebäude hat eine Speicherkapazität von 10kW. Elektromobilität wird bei Veith Gebäudetechnik groß geschrieben: Zwei E-Tankstellen auf dem Firmengelände und drei eigene E-Autos sind selbstverständlich. Insgesamt ist das ganze Gebäude über KNX gesteuert und überwacht.

Über Veith Gebäudetechnik GmbH & Co. KG aus Bühl

Seit 1989 steht der Elektro-Fachbetrieb Veith Gebäudetechnik aus Bühl für professionelle Elektronik und Elektrik. Als Energie-Effizienzbetrieb ist der Innungsfachbetrieb von Alfred Veith mit rund 40 Mitarbeitern vor allem Experte zum Thema erneuerbare Energien und Elektromobilität. Darüber hinaus ist er als zertifizierter Betrieb für E-CHECK und E-CHECK PV unter anderem spezialisiert auf die Prüfung von Solaranlagen.

Ort voller Energie

Die Auszeichnung vorbildlicher „Orte voller Energie“ ist ein Baustein des neuen Kommunikationskonzepts „Unser Land voller Energie“ der Landesregierung zur Energiewende in Baden-Württemberg. Verschiedene Projekte, die Beispielhaftes, Erfolgreiches und Spannendes für die Energiewende leisten, werden in den nächsten Monaten von der Spitze des Umweltministeriums besucht und ausgezeichnet.

Größte Herausforderung:

„Auf das richtige Pferd setzen“

Drei Fragen an Alfred Veith, Geschäftsführer Veith Gebäudetechnik GmbH & Co. KG

ElektroWirtschaft: Welche Rolle spielt das Thema Energieeffizienz für Ihr Tagesgeschäft?

Alfred Veith: Es ist das tägliche Brot. Sehr häufig beschäftigen wir uns mit möglichen Energieeinsparungen bei der Beleuchtung. Im Heizungssektor dreht sich vieles um effiziente Lösungen mit Wärmepumpen in Kombination mit Batteriespeicher und PV-Anlagen.

ElektroWirtschaft: Wie konkret wird die Energiewende bei Ihnen im Betrieb umgesetzt?

Alfred Veith: Wir haben in unserem Gebäude sozusagen das volle Programm umgesetzt: Von der effizienten Wärmepumpe mit Erdkollektor umschaltbar auf Grundwasser, der Lüftung mit Wärme-Rückgewinnung bis hin zur Klimatisierung über die Wärmepumpe. Es gibt natürlich eine PV-Anlage mit 120 KWp, einen Batteriespeicher in Funktion, ein Windrad mit 10KW Leistung sowie zwei E-Fahrzeuge (seit 2012 und 2016) – alles intelligent gesteuert. Das Gebäude wurde mit großen Fensterflächen gebaut, so dass man zumeist kein Licht in den Büros oder in der Ausstellung benötigt. Kontinuierlich werden wir die Gebäudefunktionen modernisieren.

ElektroWirtschaft: Welche Herausforderungen in der Umsetzung sehen Sie auf dem zukünftigen Weg der Energiewende für Elektrofachhandwerk und Elektrogroßhandel?

Alfred Veith: Die größte Herausforderung ist zur Zeit, die neuen Technologien auch umzusetzen, bzw. aufs richtige Pferd zu setzen. Dabei werden einige Technologien auf der Strecke bleiben. Die Kleinfirmen haben nur die Chance, sich zu spezialisieren, sonst werden sie nur noch den sozialen Wohnungsbau abdecken können. Auch das gut geschulte Personal muss entsprechend bezahlt werden. Immer mehr unproduktive Stunden durch Schulungen und Weiterbildungen, Berufgenossenschaftsunterweisungen, DSGVO etc. müssen in den Lohn oder den Materialaufschlag eingepreist werden.

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