Die intelligenten Automations- und Lichtlösungen von Esylux sorgen in Bürogebäuden, Bildungsstätten und Gesundheitseinrichtungen für mehr Lebensqualität und Energieeffizienz. Die ElektroWirtschaft besuchte das deutsche Traditionsunternehmen in Ahrensburg und sprach mit Geschäftsführer Jürgen Kitz über die Entwicklung und die Zukunft von Esylux.
ElektroWirtschaft: Esylux hat dieses Jahr doppelt Grund zu Feiern oder?
Jürgen Kitz: Ja, das stimmt. Ende 2018 fielen bei uns zwei wichtige Eckdaten der Firmengeschichte zusammen. Gründer Peter Kremser blickte auf ein halbes Jahrhundert Unternehmertum zurück. Außerdem wurde vor 25 Jahren die Marke Esylux gegründet.
ElektroWirtschaft: In Zahlen gesprochen – wie hat sich das Unternehmen entwickelt?
Jürgen Kitz (schmunzelt): Als Hamburger Kaufleute halten wir uns mit Zahlen gerne zurück. Nur so viel: Wir sind gewachsen. In der Gruppe beschäftigen wir 350 Mitarbeiter und machen heute 30 Prozent unseres Umsatzes mit Licht.
ElektroWirtschaft: Gab es in der Firmengeschichte einen Meilenstein ohne den Esylux heute nicht so erfolgreich wäre?
Jürgen Kitz: Das ist ganz klar die Entwicklung des Innenpräsenzmelders. Er leitete den Siegeszug für die bedarfsgeregelte Gebäudeautomation ein. Hatte der Außenmelder die Funktion der Sicherheit, setzt der Innenpräsenzmelder das Prinzip „Energie – nur wenn sie gebraucht wird!“ um. Mittels Sensorik werden moderne Gebäude abhängig von Präsenz und unter Nutzung des Tageslichts energieeffizient geregelt. Durch den Wunsch nach Komfort, Energieeinsparung und entsprechende gesetzliche Verordnungen wird die Nachfrage nach Sensoren und damit nach verschiedenen Formen des Präsenzmelders im Gebäude stetig größer. 
ElektroWirtschaft: Und welche Bedeutung hat der Erfolgsweg der LED für die Unternehmensentwicklung?
Jürgen Kitz: Wir haben enorm davon profitiert, dass die LED im Laufe der Jahre immer besser und zugleich auch deutlich günstiger wurde. Das ermöglichte uns 2015 die Erweiterung unseres Geschäftsmodells als Komplettanbieter der intelligenten Innenbeleuchtung. Die Anforderungen an Licht änderten sich rasant von „An“ und „Aus“ zu anspruchsvollen Steuerungs- und Regelungsaufgaben in der Beleuchtung. Die Digitalisierung von Licht steckt in unserer DNA. Wer Gebäude intelligent machen will, muss etwas von Sensorik verstehen, anders funktioniert es nicht. Die Technik wurde immer komplexer, aber die Baubeteiligten brauchen trotzdem einfache Lösungen, die anspruchsvolle Zwecke kostengünstig erfüllen. Unser Erfolgsrezept ist eigentlich einfach: Das oberste Gut ist die Nutzer-Akzeptanz. Das heißt unsere Lösungen müssen intuitiv gefallen und direkten Nutzen im Raum stiften. Und so sind wir auch im Bereich Licht die pragmatische Marke für Handwerker, die einfach zu verstehen und zu verbauen ist.
ElektroWirtschaft: Stichwort „Human Centric Lighting“ – welche Rolle spielt das Trendthema für Esylux?
Jürgen Kitz: Es bietet allen Marktpartnern die Chance Mehrwert zu verkaufen. Wichtig ist es, dem Bauherren die Vorteile belegen zu können. Gerade haben wir für BMW mit einem unabhängigen Lichtplaner eine Studie zur Mitarbeiterwahrnehmung von HCL fertig gestellt. Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Vorteile der emotionalen und biologischen Lichtwirkung sind nachgewiesen. Und trotzdem ist HCL eine der anspruchsvollsten Aufgaben für die Beleuchtung. Denn entscheidend sind die Mehrkosten, die der Bauherr investieren muss und die steigen von ca. 35 auf 50 Euro pro Quadratmeter. Aber über die Laufzeit hängen diese vor allem auch von den Montage- und Inbetriebnahmekosten und der Energieeinsparung durch Präsenz- und Tageslichtnutzung ab. Hier rechnen wir dem Bauherren vor, dass die monatlichen Mehrkosten für HCL pro Mitarbeiter bei ca. drei Euro liegen. Dies holt man durch die positive Wirkung auf den Menschen schnell wieder rein.
Als Innovations- und Technologieführer bieten wir für Büro, Bildungsstätten und Gesundheitseinrichtungen einbaufertige und günstige HCL-Lösungen an. Unsere Strategie „mit massiver Zeit- und Kostenersparnis“ im Bereich HCL geht auf – im vergangenen Jahr haben wir bereits zu 33 Prozent biologisch wirksame Leuchten verkauft.
ElektroWirtschaft: Können Sie priorisieren? Welches sind, auch langfristig gesehen, die wichtigsten Produkte für Esylux?
Jürgen Kitz: Also eines steht fest: für uns ist und bleibt der Präsenzmelder das zentrale Produkt. Es ist nur die Frage des Einsatzgebietes, also als Komponente oder als komplettes Lichtsystem. Im Projektgeschäft sind KNX- und DALI-Sensoren sehr gefragt, denn viele Kunden erwarten für jede Gebäudeaufgabe immer die passende Lösung. Und auch der Außenmelder bleibt für uns ein Fokusprodukt – ob als Komponente oder integriert in Automatik-LED-Strahler oder Pollerleuchte. Hier wollen wir unsere Markposition verteidigen.
Um bedarfsgesteuerte Automations- und Lichtlösungen für Büros, Bildungsstätten und Gesundheitseinrichtungen massiv zu vereinfachen, ergänzen wir das klassische Präsenzmeldergeschäft um steckerbasierte Systemlösungen aus LED-Leuchten, Lichtsteuerung und Sensorik.
ElektroWirtschaft: Esylux forscht, entwickelt und produziert in Deutschland – bleibt das auch so, oder wird der Kostendruck irgendwann doch zu groß?
Jürgen Kitz: Wir haben eine klare „Made in Germany“-Strategie. Es ist nicht so, als hätten wir es nicht schon anders probiert. Vor dem Mini-Melder haben wir zunächst in Asien produziert. Um unsere Technologie bei Präsenzmeldern zu schützen, sind wir aber wieder zurück nach Deutschland gegangen. Und die Entscheidung war genau richtig: auch nach acht Jahren auf dem Markt kann die Mini-Melder keiner so klein bauen wie wir. Im Bereich der LED-Beleuchtung hat sich die Vielfalt der Varianten im Laufe der Zeit so erhöht, dass wir in Ahrensburg nun kostengünstig auftragsspezifische Endmontage realisieren können. Mit „Build-to-order“ bei Lieferzeiten von ca. zwei Wochen können wir uns im Wettbewerb gut behaupten, ohne dass unsere Lagerkapazitäten gesprengt werden. Außerdem verändert sich die Technologie der LED ständig – mit unserer Produktion nach Bedarf laufen wir zum einen nicht Gefahr veraltete Technik zu lagern, zum anderen können wir flexibel auf individuelle Kundenwünsche reagieren. Für neue Produkte haben wir in ein vollautomatisches Lichtlabor investiert, in dem wir dynamische Lichtverläufe bei uns im Haus prüfen können – das spart uns Zeit und macht uns unabhängig von Dritten. All diese Vorteile können wir gut skalieren, um Wachstum zu schaffen.
ElektroWirtschaft: Das klingt interessant… welche Bedeutung hat bei diesem Wachstum der dreistufige Vertrieb?
Jürgen Kitz: Heute realisieren wir im Projektgeschäft im partnerschaftlichen Schulterschluss mit Handwerkern und Großhändlern komplette Beleuchtungsmodernisierungen für Industrie, Gesundheit und Gewerbe. Diese gemeinsamen Vertriebsaktivitäten unterstreichen in der täglichen Praxis unser klares Bekenntnis für den dreistufigen Fachvertrieb.
Die Auszeichnung des ZVEH als E-Markenpartner des Jahres 2016 war für unsere Marke und alle Esylux-Mitarbeiter eine besondere Anerkennung für unsere Arbeit im dreistufigen Fachvertrieb. Diese Würdigung bleibt auch eine Verpflichtung für die Zukunft. Aber das Ganze muss immer ein Geben und Nehmen sein – die Projekte müssen von allen gemeinsam realisiert werden. Hier ist der Großhandel gefordert neue auf Mehrwert gerichtete Verkaufschancen zu nutzen.
ElektroWirtschaft: Lassen Sie uns zum Abschluss ein bisschen in die Zukunft schauen: Welche Ziele hat sich Esylux für die kommenden Jahre gesetzt?
Jürgen Kitz: Bei uns steht schon immer der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Dabei setzen wir als zentrale Technologie auf Sensorik. Um dem Trend zu höherwertigen Lichtlösungen zu nachzukommen, legen wir seit 2016 einen Fokus auf die Lebensqualität am Arbeitsplatz. Unsere Vision ist es, mit intelligenten Lösungen die Lebensqualität an jedem Arbeitsplatz zu verbessern und zugleich Energie zu sparen. Aber nicht nur im Büro, sondern auch in Bildungsstätten und Gesundheitseinrichtungen wollen wir mit unseren bedarfsgesteuerten Automations- und Lichtlösungen bevorzugter Anbieter für Großhändler, Installateure, Planer und Investoren werden. Dazu entwickeln wir uns stetig weiter vom Komponentenhersteller zum Lösungsanbieter.








