Der Messeherbst geht weiter: Get Nord 2026 zeigt intelligente Gebäudetechnik

Vernetzte Gebäude, intelligente Energiesysteme und das wachsende Zusammenspiel von Energieversorgung und Gebäudetechnik stellen neue Anforderungen an Planung, Bau und Betrieb von Wohn- und Gewerbegebäuden. Die Get Nord zeigt vom 19. bis 21. November 2026 in Hamburg, welche Technologien, Systeme und Praxisansätze dafür zur Verfügung stehen.

Photovoltaik, Wärmepumpen, Speicher und Ladeinfrastruktur werden zunehmend miteinander verknüpft und durch digitale Steuerungs- und Energiemanagementsysteme ergänzt. Damit wächst die Bedeutung ganzheitlicher Konzepte und zugleich das Aufgabenfeld des Elektrohandwerks: Aus dem klassischen Elektroinstallateur wird zunehmend ein Systemintegrator, der vernetzte Gebäude- und Energiesysteme plant, installiert und miteinander verbindet.

Auf der Get Nord präsentieren zahlreiche Ausstellende Lösungen, die Gebäudetechnik, Energieversorgung und digitale Steuerung miteinander verbinden. Von intelligenter Gebäudeautomation und Energiemanagement bis hin zu vernetzten Anwendungen, die Energie effizienter nutzen, Abläufe automatisieren, variable Stromtarife intelligent einbinden und den Komfort erhöhen, erhalten Fachbesuchende einen umfassenden Einblick in die Technologien, die das Gebäude von morgen prägen.

Die vorgestellten Technologien treffen auf einen erheblichen Modernisierungs- und Anpassungsbedarf im Gebäudesektor. Im Neubau rückt die systemübergreifende Planung technischer Anlagen immer stärker in den Fokus. Im Gebäudebestand muss die elektrische Infrastruktur vielfach zunächst fit für neue Technologien und Systeme gemacht werden. Für das E-Handwerk eröffnet sich daraus ein großes Aufgabenfeld.

Neue Anforderungen an das Elektrohandwerk

Neue gesetzliche Vorgaben wirken sich unmittelbar auf die Planung und den Betrieb moderner Gebäude aus. Beispielsweise regelt § 14a EnWG die netzorientierte Steuerung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen und Ladeeinrichtungen und macht deren Einbindung in intelligente Energiemanagementsysteme zunehmend relevant. Auch die überarbeitete EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) setzt Impulse für höhere Energieeffizienz, die Nutzung erneuerbarer Energien, Ladeinfrastruktur und die Digitalisierung von Gebäuden.

„Mit der zunehmenden Elektrifizierung und Digitalisierung von Gebäuden verschiebt sich die Rolle des E-Handwerks deutlich: Unsere Fachbetriebe werden immer stärker zu Systemintegratoren. Entscheidend ist künftig nicht allein, Photovoltaik, Wärmepumpe, Speicher oder Ladeinfrastruktur zu installieren, sondern diese Technologien intelligent miteinander zu vernetzen und auf Netz, Gebäude und Nutzer abzustimmen. Genau diese Schnittstellenkompetenz wird zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor.“

Timm Göckens (Hauptgeschäftsführer des NFE Norddeutscher Fachverband Elektro- und Informationstechnik e. V.)

E-Haus zeigt intelligente Gebäudetechnik in der Praxis

Ein konkretes Praxisbeispiel für die Integration verschiedener Technologien ist das E-Haus des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Das 100 Quadratmeter große, begehbare Modellhaus ist auch 2026 wieder auf der Get Nord vertreten und macht herstellerübergreifend erlebbar, wie moderne Gebäude- und Energiesysteme zusammenspielen.

Im Fokus stehen insbesondere Smart Metering, Smart Meter Gateway und Künstliche Intelligenz. Zu sehen sind unter anderem KI-gestütztes Energiemanagement, Lösungen für die netzorientierte Steuerung von Wärmepumpen, Ladeeinrichtungen und Stromspeichern sowie die Einbindung variabler Stromtarife. Dabei wird auch die praktische Umsetzung der netzorientierten Steuerung und die Bedeutung von § 14a EnWG für die Gebäudetechnik veranschaulicht.

Ergänzt wird das Spektrum durch Anwendungen für Sicherheit und Licht, altersgerechtes Wohnen und Human Centric Lighting. Das E-Haus macht deutlich, wie Energieerzeugung, -speicherung und -verbrauch mit Komfort, Sicherheit und Gebäudeautomation zu einem intelligenten Gesamtsystem verbunden werden können.

Ergänzend machen die neuen kostenfreien Daily Guided Tours die vorgestellten Technologien und ihr Zusammenspiel vor Ort erlebbar. An allen drei Messetagen finden jeweils zweimal täglich Führungen zu den Themen „Vernetzte Energie- und Wärmesysteme“ sowie „Das E-Haus: Digitalisierung, KI und Smart Home zum Anfassen“ statt.

Strom und Wärme wachsen zusammen

Die zunehmende Vernetzung von Elektroinstallation und Hauswärmetechnik steht auch im Mittelpunkt des erstmals gemeinsam ausgerichteten Elektro+ und Wärme+ Forums auf der Get Nord 2026. Die beiden Initiativen bündeln dort gemeinsam mit ihren Partnern aus Industrie und Handwerk sowie der HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e. V. ihre Expertise.

Im Mittelpunkt des Bühnenprogramms steht die Frage, wie Elektroinstallation und Hauswärmetechnik zu einem vernetzten Gesamtsystem zusammenwachsen und welche Anforderungen sich daraus für Planung, Modernisierung und Betrieb von Gebäuden ergeben. Denn Wärmeerzeugung, Warmwasserbereitung, Lüftung und Klimatisierung lassen sich zunehmend nicht mehr unabhängig von der elektrischen Infrastruktur betrachten.

Thematisiert werden unter anderem die Rolle der Elektroinstallation als zentrale Schnittstelle moderner Gebäudetechnik, das Zusammenspiel von Wärmeerzeugung, Stromerzeugung und Verbrauch sowie aktuelle Normen und Anforderungen. Ergänzt wird das Programm durch technologische Entwicklungen und praxisnahe Lösungen für eine sichere, energieeffiziente und wirtschaftliche Energieanwendung.

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