Vernetzte Gebäude eröffnen zwar neue Möglichkeiten, bergen aber auch neue Sicherheitsrisiken. Im fünften Teil unserer Serie „Nachhaltig nachgehakt“ spricht Dr. Hermann Dinkler vom TÜV-Verband über Gebäude- und Cybersicherheit sowie Resilienz, die Rolle von KI und warum auch bei moderner Gebäudetechnik der Mensch gefordert bleibt.
Herr Dr. Dinkler, bei nachhaltigen Gebäuden denken viele zunächst an Energieeffizienz, CO2-Reduktion und Ressourcenschonung. Welche Bedeutung haben Gebäudesicherheit und Resilienz in diesem Zusammenhang?
Dr. Hermann Dinkler: Resilienz hat verschiedene Stufen. Globalpolitisch wird immer wieder gefordert, dass kritische Infrastrukturen und der Staat insgesamt widerstandsfähiger sein müssen. Das gilt aber genauso für Unternehmen, einzelne Gebäude und deren Nutzer. Bei einem Smart Home besteht beispielsweise die Möglichkeit, durch Cyberangriffe über Schnittstellen in die Gebäudesteuerung einzudringen und Systeme lahmzulegen. Im Hochsommer lässt sich dann etwa die Heizung nicht mehr abstellen oder man kommt nicht mehr ins Gebäude. Das kann bei Büro- und Verwaltungsgebäuden genauso passieren. Auch in der produzierenden Wirtschaft wird deshalb intensiv über Cybersicherheit diskutiert. Dabei geht es nicht nur um staatliche Attacken, sondern auch um kriminelle Hackergruppen, die Unternehmen erpressen wollen. Entsprechende Fälle hat es zum Beispiel bereits bei kommunalen Rechenzentren gegeben. Im Worst Case können Angreifer über Fremdsteuerungen oder Fernwartung auf vernetzte Lüftungsanlagen oder brandschutztechnische Einrichtungen zugreifen und somit zentrale Gebäudefunktionen beeinträchtigen. Das kann große Probleme verursachen. Deshalb wird die Cybersicherheit von Gebäuden aus meiner Perspektive immer wichtiger – auch für die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Unternehmen.
Wenn Sie auf den Gebäudebestand in Deutschland schauen: Wie gut sind unsere Gebäude heute aufgestellt, wenn es um Sicherheit und Resilienz geht und wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf?
Dr. Hermann Dinkler: Viele Gebäude wurden in den vergangenen Jahrzehnten errichtet, als das Internet noch nicht so verbreitet war. Bei neueren Gebäuden bietet die Vernetzung über eine zentrale Gebäudeleittechnik viele Vorteile – von der Lüftung und Heizung über die Zugangskontrolle bis hin zum Brandschutz. Aber es reicht ein Einfallstor, um auch andere Schutzmechanismen zu überwinden. Deshalb muss jedes einzelne System auf mögliche Einfallsmöglichkeiten geprüft werden. Das betrifft nicht nur Internetverbindungen, Fernwartung oder Ferndiagnose, sondern beispielsweise auch einen infizierten Rechner eines Wartungstechnikers. Mit Cybersicherheit muss man sich daher konzeptionell auseinandersetzen.
Das gesamte Interview finden Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 09/2026.








