„Sicherheitstechnik muss von Beginn an in die Gebäudeplanung einbezogen werden“

Trotz schwacher Baukonjunktur wächst der Markt für elektronische Sicherheitstechnik – Rechenzentren, KRITIS-Dachgesetz und die neue EU-Bauproduktenverordnung sorgen für zusätzlichen Schub. Die ElektroWirtschaft sprach mit Dirk Dingfelder, Vorstandsvorsitzender im ZVEI-Fachverband Sicherheit, über Wachstumstreiber, Nachrüstbedarf im Gebäudebestand und die Frage, wie physische und digitale Sicherheit künftig zusammen gedacht werden müssen.

Der Markt für elektronische Sicherheitstechnik wächst trotz schwacher Baukonjunktur. Welche Markttreiber stehen hinter dieser Entwicklung und wo liegt weiteres Wachstumspotenzial?

Dirk Dingfelder: Der Markt für elektronische Sicherheitstechnik verzeichnete 2025 ein Wachstum von 3,9 Prozent auf 5,74 Milliarden Euro. Ein wichtiger Markttreiber ist der Ausbau von Rechenzentren in Deutschland. Hier besteht ein hoher Bedarf an Sicherheitssystemen. Mit einem Plus von 6,1 Prozent trugen insbesondere Video- und Zutrittskontrollsysteme zur positiven Entwicklung bei. Auch Brandmeldesysteme und Sprachalarmanlagen wuchsen um 3,9 bzw. 3,8 Prozent. Das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität kann dem Markt langfristige Wachstumsimpulse geben, sofern die Mittel zusätzlich zu bereits geplanten Maßnahmen eingesetzt werden. Dies könnte auch die Baukonjunktur in Deutschland beleben. Zusätzlich schafft das KRITIS-Dachgesetz Wachstumspotenzial, da erstmals sektorenübergreifende physische Mindestanforderungen für die Resilienz kritischer Infrastrukturen festgelegt werden.

Sicherheitstechnik wird zunehmend Bestandteil vernetzter Gebäude. Welche Anforderungen stellt die Integration in Gebäudeautomation und -management an Planung und Systemarchitektur?

Dirk Dingfelder: Sicherheitstechnik muss von Beginn an in die Gebäudeplanung einbezogen werden. Erforderlich sind eindeutig definierte Schnittstellen, interoperable Datenmodelle und eine gewerkeübergreifende Planung, damit Brandmeldung, Zutrittskontrolle, Videosysteme und weitere Funktionen zuverlässig zusammenwirken. Die Vernetzung darf das Schutzniveau nicht beeinträchtigen. Deshalb muss die Architektur modular, skalierbar und über den gesamten Lebenszyklus wartbar sein. Zuständigkeiten, Datenhoheit und Dokumentation sind frühzeitig festzulegen.

Das gesamte Interview lesen Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 09/2026.

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