„Cybersicherheit muss zum Beschaffungskriterium werden“

Mit der zunehmenden Vernetzung von Gebäuden wächst auch ihre Angriffsfläche. Dr.-Ing. Ingmar Baumgart, Leiter des Kompetenzzentrum IT-Sicherheit am FZI Forschungszentrum Informatik, erklärt, warum Cybersicherheit bereits bei Planung und Beschaffung mitgedacht werden muss, welche Herausforderungen der Gebäudebestand mit sich bringt und weshalb hundertprozentige Sicherheit kein realistisches Ziel ist.

Herr Dr. Baumgart, warum ist Cybersecurity heute eine Grundvoraussetzung für intelligente und vernetzte Gebäude?

Dr. Ingmar Baumgart: Ein intelligentes Gebäude ist ein cyberphysikalisches System. Sobald vernetzte Produkte über Sensorik oder Steuerung Einfluss auf die physische Welt nehmen, können Cyberangriffe schnell zur Gefahr für Mensch und Umwelt werden, zum Beispiel durch Eingriffe in die Gebäudesteuerung. Bei Cybersecurity in Smart Buildings geht es deshalb nicht nur um den Schutz einzelner Daten, sondern vor allem darum, die Funktionsfähigkeit des Gebäudes sicherzustellen. Betriebssicherheit und Resilienz stehen im Vordergrund. Datenschutz bleibt zwar relevant, aber für den sicheren Betrieb eines Gebäudes ist jedoch Cybersicherheit eine Grundvoraussetzung.

Intelligente Gebäude vereinen zahlreiche vernetzte Systeme – von der Gebäudeautomation bis zur Ladeinfrastruktur. Warum macht gerade diese zunehmende Vernetzung die Absicherung so anspruchsvoll?

Dr. Ingmar Baumgart: Viele Komponenten kommunizieren über das Internet, beispielsweise mit dem Hersteller. Dadurch entsteht eine neue Angriffsfläche, da Angreifer nicht mehr physisch auf das Gebäude zugreifen müssen. Gelingt der Zugriff über eine Schwachstelle in einer einzelnen Komponente, können sie sich von dort im Gebäude weiter ausbreiten. Die Angreifer haben sozusagen den Fuß in der Tür. Mit jeder zusätzlichen vernetzten Komponente sollte deshalb geprüft werden, welchen Nutzen die Vernetzung bringt und welche Risiken damit verbunden sind. Es ist sehr wichtig, immer Risikomanagement zu betreiben. Denn mit der Zahl der Komponenten steigt auch die Komplexität und damit die Gefahr, den Überblick über Kommunikationswege nach innen und außen zu verlieren.

Das gesamte Interview finden Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 09/2026.

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