Deutsche Elektro- und Digitalindustrie startet mit kräftigem Auftragsplus ins zweite Halbjahr

Auch im Juli 2026 entwickelten sich die Auftragseingänge in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie deutlich positiv: Mit plus 32,6 Prozent gegenüber Vorjahr machten sie einen großen Sprung vorwärts.

„Das starke Wachstum war abermals getrieben von Großaufträgen aus dem Inland, die hier für einen Anstieg um gut zwei Drittel (+ 67,3 Prozent) sorgten. Aber auch die Bestellungen ausländischer Kunden erhöhten sich im Juli um fast ein Zehntel (+8,6 Prozent)“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. “Dabei kamen die stärkeren Impulse aus Drittländern außerhalb der Eurozone (+ 10,2 Prozent). Von Geschäftspartnern aus dem gemeinsamen Währungsraum gingen 5,9 Prozent mehr Bestellungen ein.”

In den gesamten ersten sieben Monaten dieses Jahres stiegen die Auftragseingänge der Branche um 12,6 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2025. Das Plus bei den Inlandsbestellungen lag bei 17,3 Prozent. Aus dem Ausland gingen zwischen Januar und Juli 9,3 Prozent mehr Bestellungen ein (Euroraum: + 8,9 Prozent, Nicht-Euroraum: + 9,4 Prozent).

Für die reale, sprich: preisbereinigte Elektroproduktion in Deutschland ging es im Juli mit plus 3,2 Prozent gegenüber Vorjahr ebenfalls aufwärts. Im aussagekräftigeren kumulierten Zeitraum von Januar bis einschließlich Juli bleibt es beim Zuwachs von 0,7 Prozent.

Der nominale Umsatz der deutschen Elektro- und Digitalindustrie legte im Juli 2026 erneut um ein Zehntel (+ 10,5 Prozent) gegenüber Vorjahr zu. Die Inlandserlöse stiegen um 11,9 Prozent, jene aus dem Auslandsgeschäft um 9,3 Prozent. Hier entwickelte sich das Geschäft mit Kunden aus Drittländern (+ 12,7 Prozent) deutlich besser als das mit Partnern aus dem gemeinsamen Euroraum (+ 3,7 Prozent).

In den zusammengenommen ersten sieben Monaten dieses Jahres kamen die aggregierten Branchenerlöse damit auf 135,2 Milliarden Euro – ein Plus von 5,5 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreswert. Davon wurden 63,6 Milliarden Euro (+ 6,9 Prozent) mit Kunden aus dem Inland und 71,6 Milliarden Euro (+ 4,4 Prozent) mit Auslandskunden umgesetzt. Die Geschäfte mit dem restlichen Euroraum (+ 4,2 Prozent) sowie die mit Drittländern (+ 4,5 Prozent) rückten hier mehr oder weniger gleich stark vor.

Die Unternehmen der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben im August sowohl ihre Produktions- als auch ihre Beschäftigungspläne merklich heraufgesetzt.

Der Saldo aus Firmen, die ihren Output in den nächsten drei Monaten ausweiten beziehungsweise zurückfahren wollen, stieg von plus neun auf plus 27 Prozentpunkte. „Zudem drehten die Einstellungsabsichten nach mehr als drei Jahren erstmals wieder ins Plus“, so Gontermann. Hier kletterte der entsprechende Saldo zwischen Juli und August von minus acht auf plus fünf Zähler.

Ende des ersten Halbjahres 2026 waren 864.600 Beschäftigte in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie tätig, 1,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 10.900 arbeiten kurz.

Schließlich zog das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie im August deutlich an: „Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die allgemeinen Geschäftserwartungen verbesserten sich,“ sagte Gontermann. „Und auch die spezifischeren Exporterwartungen rückten im August ein ganzes Stück vor.“

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