„Die Zusammenführung der Daten ist keine IT-Kür, sondern die eigentliche Wertschöpfungsschicht“

Intelligente Gebäude entstehen erst dann, wenn Daten aus Gebäudeautomation, Energieversorgung und Nutzung sinnvoll zusammengeführt werden. Welche Rolle dabei künstliche Intelligenz spielt und warum das Elektrohandwerk zur Schlüsselbranche dieser Entwicklung wird, erläutert Prof. Dr. Christian Schlicht im Interview.

Herr Prof. Schlicht, welche Bedeutung Interview hat die Zusammenführung von Daten aus Gebäudeautomation, Energieversorgung und Nutzung für die Entwicklung intelligenter Gebäude?

Prof. Dr. Christian Schlicht: Intelligente Gebäude entstehen nicht durch mehr Sensoren, sondern durch Zusammenhänge. Solange die Heizungsregelung nichts vom Belegungsprofil weiß und die PV-Anlage nichts vom Lastgang des Hauses, bleibt jedes System für sich klug und das Gebäude im Ganzen blind. Erst wenn Automation, Energieversorgung und tatsächliche Nutzung eine gemeinsame Datensicht teilen, lassen sich Verbräuche vorhersagen, Anlagen vorausschauend fahren und Komfort mit Effizienz versöhnen. Studien zeigen, dass optimierte HLK-Systeme so bis zu 25 Prozent Energie sparen. Die Zusammenführung der Daten ist deshalb keine IT-Kür, sondern die eigentliche Wertschöpfungsschicht. Für das Elektrohandwerk ist sie das Feld, auf dem die Aufträge der nächsten Jahre entstehen.

Warum bleiben vorhandene Gebäudedaten häufig in Insellösungen gefangen und was muss sich ändern, damit daraus ein echter Mehrwert entsteht?

Prof. Christian Schlicht: Die Daten sind längst da, sie sind nur strukturell isoliert. Über Jahrzehnte sind die Gewerke getrennt gewachsen: proprietäre Systemgenerationen, fehlende Exportschnittstellen, offene Standards wie IFC oder COBie nur in einem Bruchteil der Objekte. Dazu kommt das organisatorische Muster: Im Wohnbestand sitzen oft Eigentümer, Wohnungsgesellschaft, FM-Dienstleister und Mieter am Tisch, niemand hat das vollständige Bild und Verbrauchsdaten werden vielerorts noch per E-Mail angefordert und von Hand in Tabellen sortiert. Ändern muss sich weniger die Technik, denn Protokolle wie BACnet und KNX existieren längst, als vielmehr die Governance: Wer darf welche Daten unter welchen Bedingungen teilen? Erst eine verlässliche Antwort darauf holt die Daten aus der Insel.

Das gesamte Interview finden Sie in der Ausgabe 08/2026 der ElektroWirtschaft.

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