Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) soll neue Leitplanken für die Wärmewende setzen, doch welche Folgen hat es tatsächlich für Klimaschutz, Stromverbrauch und die Elektrobranche? Der Kommentar von Prof. Dr. Viktor Grinewitschus zeigt, warum der Abschied von fossilen Energieträgern den Strom noch stärker ins Zentrum rückt und weshalb intelligente Gebäudetechnik dabei eine entscheidende Rolle spielen wird.
Grundsätzlich müssen Gesetze zur Energieeffizienz von Gebäuden das Erreichen der Klimaneutralität im Gebäudebestand bis 2045 abbilden. Das Bundesverfassungsgericht hat 2021 festgestellt, dass Maßnahmen des Staates zum Klimaschutz generationengerecht sein müssen, nicht eine Generation große Teile des verbleibenden CO2-Budgets bis zur zwei Grad Celsius Grenze unter einer vergleichsweise milden Reduktionslast verbraucht, während künftigen Generationen eine erhöhte Last aufgebürdet wird.
Das GModG verschärft die Anforderungen an zukünftige Gesetze zum Klimaschutz, da es aktuell das Tempo herausnimmt und damit den oben genannten Anforderungen zuwider läuft. Bestehende Gasheizungen haben kein Verfallsdatum mehr, die Pflicht zur Erneuerung nach 30 Jahren wurde gekippt. Beim Neueinbau einer reinen Gasheizung, was zukünftig wieder erlaubt ist, wurde der Klimaschutz dahingehend abgeschwächt. Der Anteil von CO2-neutralen Brennstoffen, der (bilanziell) beigemischt werden muss, liegt bis 2035 nur bei 15 Prozent, also deutlich unter den bislang geforderten 65 Prozent aus dem GEG. Auch bei diesen Anlagen ist kein nennenswerter Fortschritt beim Klimaschutz zu erwarten. Allerdings ist der Neueinbau einer Gasheizung durch die verpflichtende Biotreppe mit einem hohen wirtschaftlichen Risiko verbunden: Der Preis für Biogas liegt bereits heute deutlich über dem von Erdgas und wird sich zukünftig aufgrund der steigenden Nachfrage und dem begrenzten Angebot deutlich erhöhen. Für Vermieter erhöht sich das Risiko beim Neueinbau einer Gasheizung erheblich, da die Kosten für das Biogas nur durch den Vermieter getragen werden sollen. Daher sind Gasheizungen keine ernstzunehmende Lösung mehr für die Gebäudeheizung.
Den gesamten Beitrag finden Sie in der Ausgabe 08/2026 der ElektroWirtschaft.








