Ob Kindertagesstätte, Schule oder Hochschulcampus: Martin Clauss, Fachbereichsleiter Elektrotechnik bei der IGP Ingenieursgesellschaft für technische Ausrüstung in Pforzheim, kennt die Anforderungen moderner Bildungsbauten aus der Praxis. Im vierten Teil unserer Serie „Nachhaltig nachgehakt“ spricht er über nachhaltige Planung, flexible Gebäudekonzepte und technische Entscheidungen, die Gebäude zukunftsfähig machen.
Herr Clauss, was bedeutet nachhaltige Transformation für Sie – jenseits von Technik, Normen und politischen Vorgaben?
Martin Clauss: Nachhaltige Transformation bedeutet für mich vor allem, Gebäude so zu planen, dass sie auch in zehn, zwanzig oder mehr Jahren flexibel an neue Anforderungen angepasst werden können. Entscheidend ist, dass technische Veränderungen ohne große bauliche Eingriffe umgesetzt werden können. Die rasante Entwicklung der Datentechnik zeigt, wie wichtig das ist. In einem aktuellen Schulprojekt müssen beispielsweise erst vor fünf Jahren nachgerüstete Datenkabel bereits wieder entfernt werden, da sie in den Decken verlegt wurden und nun einer Kernsanierung weichen müssen. Nachhaltigkeit heißt für mich daher, Gebäude vorausschauend zu planen und Nachinstallationen von Anfang an mitzudenken. So bleiben Investitionen langfristig nutzbar und Anpassungen an neue Technologien möglich.
Viele Bildungsstätten werden derzeit saniert oder neu errichtet. Welche nachhaltigen Anforderungen stehen bei der Planung der technischen Gebäudeausrüstung heute besonders im Fokus?
Martin Clauss: Ein zentrales Thema ist derzeit die Umstellung von fossilen Energieträgern auf Wärmepumpen. In vielen Bildungsbauten setzen wir deshalb auf Erdwärmebohrungen und Erdwärmesonden, die mit Wärmepumpen gekoppelt werden. Der positive Effekt: Überschüssige Kälte wird im Erdreich gespeichert und kann im Sommer zur Temperierung der Gebäude genutzt werden. Besonders effizient wird dieses Konzept in Verbindung mit Photovoltaik. Der vor Ort erzeugte Solarstrom kann direkt für den Betrieb der Anlagen genutzt werden, wodurch Kühlung und Temperierung weitgehend energieeffizient erfolgen. Solche Lösungen spielen inzwischen nicht nur bei Neubauten, sondern zunehmend auch bei Sanierungsprojekten eine Rolle, sofern die baulichen und geologischen Voraussetzungen gegeben sind, etwa für Bohrungen.
Das gesamte Interview finden Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 07/2026.








