Das Potenzial von industrieller Abwärme ist da und es ist groß.
Um es zu nutzen, sind skalierbare Lösungen nötig.
Die aktuelle Diskussion um die Nutzung industrieller Abwärme bewegt sich im Spannungsfeld zwischen klimapolitischem Zwang, wirtschaftlicher Belastung und technischer Machbarkeit. Während in Teilen der Gesellschaft die industrielle Abwärme als ein „schlafender Riese“ der Wärmewende angesehen wird, warnt die Industrie vor praxisfernen Hürden und hohen Kosten. Es stellt sich die Frage, welche Abwärmepotenziale lassen sich unter ökonomischen Gesichtspunkten heben? Und wie?
Studie Abwärmeatlas
In der Studie „Abwärmeatlas“ (siehe Info-Kasten) wurde ein erster Rahmen für eine breite Abwärmenutzung in der Industrie geschaffen. Es wurden relevante Daten zu Abwärmequellen sowie zu Technologien der Abwärmenutzung erfasst und bewertet und in einen Gesamtkontext gesetzt. Eine zentrale Erkenntnis ist, dass bereits ein großer Teil der befragten Firmen ihre Abwärme zumindest teilweise nutzt. Die realen Abwärmepotenziale kennen zum Zeitpunkt des Projektes jedoch nur die wenigsten Betriebe. Wo die Abwärmepotenziale schlummern, ist oftmals eine Frage der Messtechnik. Ein umfassendes Monitoring der Massenströme und Temperaturen von Analgen und Prozessen ist notwendig, um die wirtschaftlich-nutzbaren Potenziale zu erkennen, zu heben sowie die bestehenden Anlagen und Prozesse energetisch effizienter zu gestalten.
Temperaturniveau und Handhabbarkeit
Für die technisch-wirtschaftliche Nutzung von Abwärme ist das
Temperaturniveau entscheidend. Je höher es ist, desto höher die enthaltene, direkt nutzbare Energie. Wenn durch Frischluftzufuhr die Abwärme auf nahe Umgebungstemperatur abgekühlt wird, kann diese Energie nicht mehr direkt genutzt werden. Sie muss durch Energiezufuhr über eine Wärmepumpe auf ein nutzbares Temperaturniveau wieder angehoben werden. Neben dem Temperaturniveau ist die Handhabbarkeit der Abwärme ein wichtiger Faktor: Ist die Abwärme in einem gasförmigen oder flüssigen Trägermedium (zum Beispiel Dampf, Kühl- oder Prozesswasser) gebunden, dann lässt sie sich kanalisieren und deutlich effizienter als diffus abgegebene Abwärme nutzen. Diffuse Abwärme (Abb. 1) wird bisher als wirtschaftlich und technisch nicht handhabbar angesehen, obwohl sie einen Großteil des industriellen Abwärmeaufkommens ausmacht.
Den gesamten Beitrag finden Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 06/2026.








