KI ist im B2B längst kein Zukunftsversprechen mehr – sie rückt Jahr für Jahr näher an die Kernstrategie vieler Unternehmen. Doch wie weit sind Unternehmen wirklich? Das aktuelle ECC KÖLN B2BEST Barometer zeigt: Die Relevanz steigt rasant. Schon heute bewerten 63 Prozent der befragten Großhandels- und Herstellerunternehmen KI als „sehr wichtig“ oder „äußerst wichtig“ für ihr Unternehmen, in fünf Jahren sind es 85 Prozent. Gleichzeitig geben 76 Prozent an, den Einsatz von KI langfristig als strategischen Wettbewerbsvorteil ausbauen zu wollen. Die Erkenntnis ist da – aber die Umsetzung bleibt oft hinter den Erwartungen zurück. Warum? Und welche Hebel müssen Unternehmen jetzt bewegen?
Im Vergleich zu Anfang 2024 hat der Einsatz von KI deutlich zugenommen: Vor allem größere B2B-Unternehmen treiben die Integration voran und setzen die Technologie inzwischen in zahlreichen Bereichen ein. Vor allem in der IT-Sicherheit, im IT-Betrieb, im Vertrieb sowie im Kundenservice ist ein klarer Anstieg zu verzeichnen. Dennoch haben B2B-Unternehmen mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen. Die Integration in bestehende Systeme, Datenschutz und Sicherheitsrisiken sowie fehlende Kompetenzen und Ressourcen bremsen den Fortschritt. Hinzu kommt teilweise Skepsis bei Mitarbeitenden und KundInnen. KI ist kein Plug-and-Play – sie verlangt eine klare Roadmap, die Prozesse, Datenqualität und Governance zusammenführt. Nur so wird aus punktuellen Projekten ein strategischer Hebel. Immerhin: Rund ein Drittel der befragten Großhändler und Hersteller gibt an, über eine umfassende, detaillierte Roadmap für den unternehmensweiten Einsatz von KI zu verfügen – fast die Hälfte hat zumindest für einzelne Projekte eine entsprechende Planung.
KI verändert Arbeit – und fordert neue Skills
Mit dem zunehmenden Einsatz von KI verschieben sich Tätigkeiten: Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen berichtet von deutlicher Entlastung bei operativen Aufgaben, bei der Team-Zusammenarbeit sowie bei der Entscheidungsfindung. Doch diese Effekte kommen nicht von allein. Immer wichtiger werden Kompetenzen in KI-Management, IT-Systemintegration, technischer KI-Entwicklung und kreativer Nutzung generativer KI. Weiterbildung ist daher Pflicht – trotzdem bieten erst 38 Prozent ihren Mitarbeitenden regelmäßige und strukturierte KI-Weiterbildungsprogramme an. Ebenso viele bieten intern vereinzelte oder projektbezogene Angebote an.
Ethik, KPIs und Transparenz: Die Basis für Vertrauen
KI braucht Leitplanken. Rund 35 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über verbindliche und dokumentierte ethische Richtlinien für den KI-Einsatz, weitere arbeiten daran. Datenschutz wird meist über interne Audits und technische Maßnahmen abgesichert. Und der Erfolg? Er wird zunehmend messbar: 83 Prozent der Unternehmen nutzen KPIs wie Kostenersparnis, Umsatzsteigerung und Kundenzufriedenheit, um den Impact von KI sichtbar zu machen. Diese Transparenz ist entscheidend, um Skepsis abzubauen und Budgets zu rechtfertigen.








