Verbände-Appell zum Gebäudemodernisierungsgesetz

In einem gemeinsamen Appell fordert ein breites Verbändebündnis aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft von der Bundespolitik, die Errichtung von Solarstromanlagen auf Gebäuden weiter zu fördern und rasch für klare, verlässliche, praxistaugliche und bezahlbare Rahmenbedingungen zu sorgen. Photovoltaik sichere Wirtschaftsunternehmen sowie Verbrauchern dauerhaft günstige Strompreise durch ihre preisdämpfende Wirkung an der Strombörse, ermögliche Millionen Bürgern eine aktive Teilnahme an der Energiewende und genieße höchste Akzeptanzwerte in der Bevölkerung, so die Unterzeichner des Verbändeappells.

Das bestehende GEG enthalte kleinteilige und teilweise praxisferne Regelungen. Insbesondere die Anforderungen an Heizungsanlagen berücksichtigen weder die Lebensrealität vieler Gebäudeeigentümer noch die systemischen Zusammenhänge der Wärmeversorgung. Eine Reform sollte Vereinfachung, Praxistauglichkeit und Effizienz in den Mittelpunkt stellen, bürokratische Hürden abbauen und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, so das Verbändebündnis.

Flexibilität bei Energieträgern, Heiztechnologien und Effizienzmaßnahmen sowie innovative Konzepte wie Quartierslösungen sollten gestärkt werden. Kommunale Wärmeplanung bietet Orientierung für Investitionsentscheidungen. Ein verlässlicher Förderrahmen ist entscheidend für Akzeptanz, Umsetzung und wirtschaftliche Tragfähigkeit der Wärmewende.

Ohne einen attraktiven Förderrahmen dürfte sich der Photovoltaik-Zubau im Heimsegment mehr als halbieren. Ganz sicher beabsichtigen in diesem Fall nur noch rund 12 Prozent der Interessenten mit geeignetem Dach eine Photovoltaik-Dachanlage zu installieren. Dies ergab eine repräsentative YouGov-Befragung unter privaten Immobilienbesitzern im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar). Bei Mehrfamilienhäusern würden die Ausbauzahlen auf sehr niedrigem Niveau stagnieren. Dies würde die Klimaziele gefährden und die Abhängigkeit von teuren fossilen Energieträgern verlängern, warnen die Verbände.

Aus Analysen des BSW-Solar von Zahlen der Bundesnetzagentur geht hervor, dass die private Nachfrage nach Solardächern im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits um rund 25 Prozent gesunken ist. In einer derartigen Marktlage wäre eine weitere Verschlechterung der Rahmenbedingungen zwangsläufig Gift, warnt deren Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, Carsten Körnig.

Die Verbände stehen bereit, ihr Praxiswissen in den Gesetzgebungsprozess einzubringen, um eine effiziente, kosteneffektive und sozial ausgewogene Umsetzung der Wärmewende zu gewährleisten.

Zu den Erstunterzeichnern des Verbände-Appells zählen neben dem BSW-Solar: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV), Haus & Grund (H&G), Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI), Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA), Verband für Energiedienstleistungen, Effizienz und Contracting (vedec), Bundesverband Wärmepumpe (BWP), Deutscher Naturschutzring (DNR) als maßgeblicher Dachverband der Umweltverbände in Deutschland, der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) und das Bündnis Bürgerenergie (BBEn).

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