„Wir ermöglichen die sorgenfreie Nutzung von Elektrizität“

Seit über 60 Jahren entwickelt die Doepke Schaltgeräte GmbH präventive Technologien zur Vermeidung von Stromschäden. Im Interview mit der ElektroWirtschaft spricht Geschäftsführer Andreas Müller über die Entwicklung des ostfriesischen Unternehmens, die wichtigsten Meilensteine und den aktuellen Expansionskurs.

ElektroWirtschaft: Wann wurde das Unternehmen gegründet? Mit welchem Ziel sind die Gründerväter angetreten?

Andreas Müller: 1956 gründeten der Kaufmann Franz Doepke und der Techniker August-Wilhelm Engels in Norden, Ostfriesland die Firma Doepke. Sie leisteten Pionierarbeit in der Fehlerstromschutztechnik, indem sie erste Fehlerstromschutzschalter entwickeln, produzieren und verkaufen. Ein anfangs mühsames Geschäft, da „FI-Schalter“ in den 50er Jahren noch kaum bekannt und nicht vorgeschrieben waren.

ElektroWirtschaft: Wie viele Mitarbeiter waren ursprünglich beschäftigt und wie setzte sich das damalige Produktportfolio zusammen?

Andreas Müller: Neben den beiden Gründern waren zu Beginn fünf weitere Mitarbeiter beschäftigt. Anfangs wurden ausschließlich Schutzschalter produziert.

ElektroWirtschaft: Wo liegt die Keimzelle des Unternehmens? Welche weiteren Standorte sind hinzugekommen?

Andreas Müller: Gegründet wurde Doepke in Norden, Ostfriesland, wo sich auch heute noch das Stammwerk befindet. 1979 kam mit Doepke UK eine Niederlassung in England dazu. 1993 wurde das Fertigungswerk im Thüringischen Bickenriede eröffnet. 1999 wurde mit Doepke Middle East ein Büro in Dubai eröffnet.

ElektroWirtschaft: Wie hat sich die Unternehmensphilosophie entwickelt? Gibt es eine unternehmerische Leitlinie?

Andreas Müller: Seit Gründung hat sich an unserem Markenkern im Wesentlichen nichts geändert. Nach wie vor gilt: Wir ermöglichen die sorgenfreie Nutzung von Elektrizität. Dazu sind für uns drei Aspekte unserer Arbeit wichtig: Verantwortung für die Entwicklung, Herstellung und Nutzung unserer Produkte; Expertise für passgenaue, individuelle Lösungen und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

ElektroWirtschaft: Was waren die wichtigsten Eckpfeiler in der Historie von Doepke?

Andreas Müller: Zunächst natürlich die Gründung 1956. Ein weiterer Meilenstein war der Umzug ins Gewerbegebiet und die damit einhergehende Erweiterung der Produktionskapazität 1976. Die Eröffnungen der verschiedenen Zweigwerke, insbesondere die Grundsteinlegung des Werks in Bickenriede 1993, waren bedeutende Eckpfeiler. Der Markenrelaunch 2017 und die Übernahme der Produktion von Leitungsschutzschaltern von ABL 2019 sind zwei weitere Meilensteine jüngeren Datums.

ElektroWirtschaft: Ihr Unternehmen befindet sich auf Expansionskurs. Was hat sich in den vergangenen zwölf Monaten getan?

Andreas Müller: Anfang 2019 haben wir die Produktion von Leitungsschutzschaltern vom Hersteller ABL SURSUM Bayerische Elektrozubehör GmbH & Co. KG aus Lauf bei Nürnberg übernommen. Dadurch wurde unser Hauptwerk in Norden und das Fertigungswerk in Bickenriede erheblich ausgebaut. In Norden haben wir Teile der Produktion und des Versandlagers in eine zusätzliche, rund 4500 Quadratmeter große Halle in der Nachbarschaft des Hauptwerks verlagert, ein weiteres Gebäude wurde zu zahlreichen neuen Büros umgebaut. Zusätzlich haben wir nun ein angrenzendes, vier Hektar großes Grundstück übernommen. Auch im Fertigungswerk in Bickenriede wurde mit dem Bau einer neuen Lagerhalle die Werksfläche um 720 Quadratmeter erweitert.

ElektroWirtschaft: Wie hat sich die Übernahme der ABL-Produktion für Leitungsschutzschalter entwickelt? Ist die Übertragung abgeschlossen?

Andreas Müller: Die elementaren Schritte sind abgeschlossen. Das heißt, Mitarbeiter wurden geschult und die Maschinen sind da und laufen. Jetzt sehen wir, woran es noch fehlt, ergänzen die Infrastruktur und arbeiten an der Feinjustierung der Abläufe.

ElektroWirtschaft: Hat sich die Anzahl der Beschäftigten an Ihren Standorten in Norden und Bickenriede erhöht?

Andreas Müller: Ja, in Norden sind seit Anfang 2019 ca. 100 neue Mitarbeiter eingestellt worden. In Bickenriede wurden zusätzlich 14 neue Stellen geschaffen.

ElektroWirtschaft: Welche weiteren unternehmerischen Ziele peilen Sie in diesem Jahr an?

Andreas Müller: Natürlich wollen wir den Bau von Leitungsschutzschaltern als neuen Geschäftszweig weiter ausbauen. Die Grundlagen dafür sind gelegt. Weiter geht es, auch für unser Kerngeschäft, mit neuen Investitionen in Maschinen und in die Infrastruktur, um auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben und global gut aufgestellt zu sein. Dazu gehört auch der Bau einer neuen Produktionshalle.

ElektroWirtschaft: Vor rund drei Jahren haben Sie damit begonnen, die Marke Doepke stärker aufzustellen – unter anderem sind Sie 2019 der Initiative „Elektromarken. Starke Partner.“ beigetreten. Stellen Sie bereits eine veränderte Wahrnehmung Ihrer Marke fest?

Andreas Müller: So ein Markenrelaunch ist natürlich immer ein Prozess, wir sehen jedoch bereits Ergebnisse. Wir haben die Marke Doepke vor drei Jahren ja nicht neu erfunden, sondern uns auf die Werte besonnen, die wir schon seit jeher vertreten: Dazu gehört die Verantwortung für die Qualität unserer Produkte, unsere Expertise, die wir in Form von passgenauen Lösungen sowie Schulungen und Beratung weitergeben, sowie partnerschaftliche Zusammenarbeit zum Beispiel in verschiedenen Initiativen und Verbänden wie „Elektromarken. Starke Partner“. Vor drei Jahren haben wir uns nun daran gesetzt, diese verschiedenen Aspekte für die Öffentlichkeit als ein „Paket“ wahrnehmbar zu machen. Erste Erfolge sind sicherlich, dass wir von langjährigen Partnern, die bisher nur einen dieser Aspekte von Doepke wahrgenommen haben, nun auch nach unseren anderen Kompetenzen gefragt werden. Das ist genau das, was wir erreichen wollten.

ElektroWirtschaft: Welche Erwartungen haben Sie an die kommende Light + Building? Welche Neuheiten stehen dabei für Doepke im Fokus?

Andreas Müller: Erstmals präsentieren wir uns in Halle 12. Dafür haben wir unser Standkonzept überarbeitet. Wir kommen mit einem ganz neuen Stand, der uns viel Raum gibt, unsere Neuheiten und Innovationen zu präsentieren. Wir freuen uns auf viele Besucher und spannende Gespräche. Wir möchten natürlich interessante neue Kontakte knüpfen, bestehende Kontakte festigen und dadurch zum Beispiel unser Vertriebsnetzwerk weiter ausbauen. Wir möchten gern zeigen, was wir können und dadurch die Marke Doepke stärken und natürlich möchten wir einige Neuheiten und ­Innovationen präsentieren, auf die Sie sehr gespannt sein dürfen.

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