Elektroexporte zu Beginn des zweiten Quartals leicht im Plus

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie hat im April 2022 Waren im Wert von 17,7 Milliarden Euro exportiert. „Damit wurde das Vorjahresniveau nominal nochmals um 1,9 Prozent übertroffen. Der Zuwachs war allerdings geringer als in den Monaten zuvor“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. In den gesamten ersten vier Monaten dieses Jahres erhöhten sich die aggregierten Branchenausfuhren um 4,3 Prozent gegenüber Vorjahr auf 75,5 Milliarden Euro.

Die Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland legten im April erneut deutlicher zu als die Exporte. Hier stand ein wiederum wertmäßiges Plus von 12,4 Prozent auf 18,9 Milliarden Euro zu Buche. Kumuliert von Januar bis April 2022 übertrafen die Elektroimporte ihren Vorjahreswert um 12,7 Prozent und kamen auf 79,5 Milliarden Euro.

Mit einem Zuwachs von 17,1 Prozent gegenüber Vorjahr auf 1,8 Milliarden Euro konnten insbesondere die deutschen Elektroexporte in die USA im April 2022 kräftig zulegen. „Das Ausfuhrgeschäft mit Amerika hatte sich auch schon in den Monaten zuvor recht dynamisch entwickelt“, so Gontermann.

Die Lieferungen in die EU beliefen sich im April auf 9,0 Milliarden Euro, womit sie um 1,2 Prozent höher lagen als im Vorjahr. Dabei legten die Exporte in die Niederlande (+ 6,7 Prozent auf 1,0 Mrd. Euro) und nach Polen (+ 3,0 Prozent auf 826 Mio. Euro) überdurchschnittlich zu. Die Ausfuhren nach Frankreich nahmen nur leicht zu (+ 0,7 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro), während die Exporte nach Italien (- 2,2 Prozent auf 928 Mio. Euro) und Tschechien (- 5,6 Prozent auf 770 Mio. Euro) rückläufig waren.

Die Branchenausfuhren nach China betrugen im April 2,0 Milliarden Euro. Damit blieben sie mehr oder weniger auf dem Vorjahresniveau (+ 0,2 Prozent).

Das sind die Gründe

„Unter Einfluss des Kriegs sind die Handelsvolumina mit Russland und der Ukraine auch im April weiter stark eingebrochen“, sagte Gontermann. „Die Elektroexporte nach Russland verfehlten ihr Vorjahresniveau um mehr als vier Fünftel und betrugen nur noch 56 Millionen Euro. Die Lieferungen in die Ukraine schrumpften um 45 Prozent auf 23 Millionen Euro.“

Von Januar bis April dieses Jahres wurden noch Elektroerzeugnisse im Wert von 703 Millionen Euro nach Russland geliefert und damit 37,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Ausfuhren in die Ukraine gingen im gleichen Zeitraum um 23,4 Prozent auf 133 Millionen Euro zurück. Die deutschen Elektroimporte aus Russland sanken im April um 59,5 Prozent auf 9 Millionen Euro und in den ersten vier Monaten um 10,9 Prozent auf 68 Millionen Euro. Dagegen erhöhten sich die Einfuhren aus der Ukraine sogar leicht: im April um 2,1 Prozent auf 58 Millionen Euro und von Januar bis April 2022 um 1,4 Prozent auf 226 Millionen Euro.

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