Mit einem Augenzwinkern sprechen Thomas Wintels und Dr. Dirk Jandura von der „dreistufigen Weltherrschaft“, wenn es um die Zukunft von Obeta geht. Hinter der selbstironischen Zuspitzung steht ein durchaus ernst gemeinter Anspruch: Auch nach 125 Jahren will der Elektrogroßhändler weiterwachsen, seine Position ausbauen und Veränderungen aktiv gestalten. Im Jubiläumsinterview sprechen die Geschäftsführer über mutige Entscheidungen, Innovation und KI sowie die Herausforderungen der Energiewende und des Fachkräftemangels.
Eine 125-jährige Unternehmensgeschichte ist im Elektrogroßhandel außergewöhnlich. Worauf sind Sie heute besonders stolz?
Dr. Dirk Jandura: Stolz ist natürlich ein schwieriger Begriff. Nüchtern betrachtet haben wir 125 Geschäftsjahre überstanden. Wenn man sich unsere Geschichte als Berliner Unternehmen anschaut, dann waren darunter zwei Weltkriege, die Hyperinflation, eine blockierte Stadt, die Teilung und Wiedervereinigung, Währungsreformen und eine Pandemie. Wir sind stolz, dass Obeta seit 125 Jahren ein verlässliches Glied in der Kette der dreistufigen Warenverteilung ist. Thomas Wintels: Nach der Wiedervereinigung kamen Menschen aus dem Osten zu uns, die noch Obeta-Kundenkarten aus der Zeit vor dem Mauerbau hatten, da sie selbst oder bereits ihre Väter Obeta-Kunden waren. Das sind Momente, auf die man stolz sein kann. Wenn heute die dritte oder vierte Generation bei uns einkauft, ist das etwas sehr Schönes und natürlich auch eine große Verpflichtung, damit sie sich bei uns weiterhin gut aufgehoben fühlt.
Welche Entscheidung war in Ihren gemeinsamen 15 Jahren bei Obeta die mutigste, und worüber waren Sie sich intern vielleicht zunächst gar nicht einig?
Dr. Dirk Jandura: Die SAP-Einführung war wahrscheinlich unsere mutigste Entscheidung, weil sie im schlimmsten Fall die größte Katastrophe hätte auslösen können. Unser AS400-basiertes System aus den Achtzigern lief zuverlässig, war aber End of Life – ohne ausreichenden Support und Nachwuchs. Dass wir etwas Neues brauchten, war völlig klar. SAP sollte es zunächst nicht sein, weil wir der Meinung waren, das sei etwas für große Unternehmen. Wir haben monatelang versucht, belastbare Argumente dagegen zu finden, aber keine gefunden. Also haben wir es durchgezogen. Dass es letztlich funktioniert hat, ist vor allem das Verdienst unseres engagierten Teams und unserer tollen Key-User.
Das gesamte Interview finden Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 10/2026.








