Selina Söhner gestaltet die Mobilität im ländlichen Raum aktiv mit und setzt sich für vernetzte und nachhaltige Mobilitätslösungen ein. Im dritten Teil der Serie „ElektroHeldinnen“ spricht sie über Lebensqualität, neue Perspektiven auf Mobilität und darüber, warum mehr Vielfalt die Branche nachhaltig verändern kann.
Was war Ihr persönlicher Aha-Moment in der Elektro- und Mobilitätsbranche?
Selina Söhner: Mein wichtigster Aha-Moment war die Erkenntnis, dass Mobilität weit mehr ist als nur der Weg von A nach B. Sie beeinflusst unmittelbar unsere Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe. Mobilität ist aber auch emotional aufgeladen und prägt, wie wir Städte und Lebensräume wahrnehmen. Die zentrale Frage ist für mich: Wollen wir in lauten, überfüllten Städten mit Stau, Parkplatzsuche und hoher Verkehrsbelastung leben oder in lebenswerten Räumen mit mehr Grünflächen, Sicherheit und Aufenthaltsqualität? Genau darin liegt die enorme Verantwortung für uns als Mobilitätsdienstleister. Besonders eindrücklich finde ich Zahlen wie diese: Ein Pkw steht im Durchschnitt 23 Stunden am Tag still und belegt dabei rund zwölf Quadratmeter Fläche. Menschen verbringen jedes Jahr etwa 23 Stunden im Stau und 41 Stunden mit der Parkplatzsuche. Das zeigt das enorme Potenzial, das in einer neuen, intelligenteren Nutzung von Mobilität und Flächen steckt, sowohl für die Lebensqualität als auch für die Wirtschaft.
Sie treiben mit Ihrem Team konkrete Mobilitätslösungen voran. Wann haben Sie gemerkt, welche Auswirkungen Ihre Arbeit tatsächlich hat?
Selina Söhner: Uns war früh klar, dass Mobilität ein menschliches Grundbedürfnis ist. Deshalb wollten wir nicht einfach einzelne Angebote schaffen, sondern Lebenswelten mobil vernetzen. Unser Ansatz ist es, Mobilität genau dort verfügbar zu machen, wo Menschen leben, arbeiten oder wohnen. Denn je näher ein Angebot am Alltag ist, desto eher wird es genutzt. Menschen brauchen keine isolierten Mobilitätslösungen, sondern flexible Verbindungen zwischen ihren Lebensräumen. Deshalb setzen wir auf ein stationsflexibles Modell: Nutzer können von der Kommune zum Arbeitsplatz oder nach Hause fahren, ohne zum Ausgangspunkt zurückkehren zu müssen. Insbesondere im ländlichen Raum zeigt sich die Wirkung dieses Ansatzes. Unser Anspruch ist es, Menschen von der kleinsten Kommune bis in die größten Zentren zu vernetzen – und umgekehrt. Spannend ist, dass Kommunen und Bauträger diesen Hebel inzwischen selbst erkennen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Je mehr Akteure mitmachen, desto attraktiver und nachhaltiger wird das gesamte System.
Das gesamte Interview finden Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 06/2026.








