Die Hannover Messe 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, dass die Industrie auch in herausfordernden Zeiten konkrete Lösungen liefert. Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Digitalisierung spielen dabei eine zentrale Rolle, um Produktionsprozesse effizienter zu gestalten und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
110.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt nahmen an der weltweit führenden Messe für die produzierende Industrie teil. Damit lag die Beteiligung zwar unter dem Vorjahresniveau (2025: 123.000 Besucher) – Streiks im Flug- und öffentlichen Nahverkehr erschwerten die Anreise deutlich –, doch die Qualität der Begegnungen und die Dynamik in den Hallen zeigen klar: Die Technologien sind vorhanden, die Ansätze erprobt – jetzt geht es darum, sie konsequent umzusetzen.
Innovationen, die Zukunft greifbar machen
Die diesjährige Messe zeigte deutlich: Im Zentrum der industriellen Zukunft stehen Künstliche Intelligenz, Robotik, Automatisierung und Energieinfrastruktur – Schlüsseltechnologien für die Transformation der Industrie. So präsentierten Unternehmen unter anderem: KI-gestützte Produktionssysteme und -assistenten, die Prozesse automatisieren und Ausfälle vorhersagen können, humanoide Roboter, die bereits heute komplexe Bewegungsabläufe beherrschen und perspektivisch in Produktion und Service eingesetzt werden können, sowie neue Lösungen für Energieeffizienz und Netzausbau, die den Weg in eine klimaneutrale Industrie ebnen.
Auffällig war zudem die hochkarätige Präsenz aus Wirtschaft und Politik. DAX-Vorstände und politische Entscheidungsträger nutzten die Messe als Plattform für Austausch und Orientierung. Neben Bundeskanzler Friedrich Merz und dem brasilianischen Präsidenten Lula da Silva waren unter anderem Roland Busch (Siemens), Christian Klein (SAP), Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius vertreten.
Industrie fordert bessere Rahmenbedingungen – und liefert Lösungen
Gleichzeitig machten führende Vertreter der Industrie deutlich, dass der Standort Europa unter Druck steht. Hohe Kosten, überbordende Regulierung und geopolitische Verwerfungen sorgen für wachsende Unsicherheiten und belasten die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen spürbar. Doch die Hannover Messe zeigt ebenso klar: Die Lösungen sind vorhanden. Unternehmen investieren in Zukunftstechnologien, treiben Innovationen voran und erschließen neue Märkte. Die Aussteller berichten von intensiven Gesprächen, konkreten Projekten und großem internationalem Interesse.
„Das neue Konzept der Hannover Messe ist ein Erfolg. Insbesondere die Center Stage hat große Resonanz erfahren“, sagt Dr. Gunther Kegel, Präsident des ZVEI und Vorsitzender des Ausstellerbeirats. „Das stärkt das Profil als Ort des hochkarätigen Austauschs, gerade mit der Politik“, so Dr. Kegel weiter. „Inhaltlich sendet die Hannover Messe ein unmissverständliches Signal: Wir brauchen dringend eine schnelle Deregulierung, damit wir uns als Standort im internationalen Wettbewerb behaupten können. Gerade auch auf dem Feld der Industriellen KI. Die Unternehmen haben eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in der Technologie steckt – jetzt müssen Berlin und Brüssel die Handbremse lösen.“
Partnerland Brasilien: Impulse zur richtigen Zeit
Das Partnerland Brasilien erwies sich in diesem Jahr als starke Bereicherung der Messe und als Impulsgeber zur richtigen Zeit. Mit einem breiten Spektrum an Industrie-, Energie- und Digitalisierungsthemen präsentierte sich Brasilien als dynamischer Wachstumsmarkt und verlässlicher Partner für internationale Kooperationen.
„Gerade in einer Phase globaler Umbrüche und neuer Handelsbeziehungen setzte die Partnerschaft wichtige Signale: für mehr Diversifizierung, für resilientere Lieferketten und für eine engere Zusammenarbeit zwischen Europa und Lateinamerika“, so Köckler. Das in Kürze in Kraft tretende EU-Mercosur-Abkommen habe der Partnerlandbeteiligung einen deutlichen Schub verliehen und neue Impulse für wirtschaftliche Kooperationen gesetzt.








