Der Wohnungsmarkt ist eingefroren, das zeigt eine aktuelle Studie, die beim Wohnungsbau-Tag vorgestellt wurde. Sie will Wege aufzeigen, wie am erstarrten Wohnungsmarkt wieder mehr Umzugsbewegungen angeregt werden können. Und sie stellt heraus, dass Modernisierung und Sanierung des Bestands unverzichtbar sind.
Die Lage auf dem deutschen Wohnungsmarkt spitzt sich zu: Experten rechnen für das laufende Jahr mit weniger als 200.000 neu gebauten Wohnungen – weniger als die Hälfte des tatsächlichen Bedarfs. Gleichzeitig ist die Dynamik auf dem Wohnungsmarkt nahezu zum Erliegen gekommen. Selbst wer in eine kleinere Wohnung wechseln möchte, muss vielerorts mit höheren Kosten rechnen. Der Markt stagniert.
Diese ernüchternde Bilanz zog der Wohnungsbau-Tag mit den sieben führenden Verbänden und Organisationen der Bau- und Wohnungswirtschaft am 26. März in Berlin. In Anbetracht sinkender Neubauzahlen und weiter steigender Mieten stellen sie die Frage an die Politik: „Worauf wartet Deutschland?“
Neuen Wohnraum schaffen – aber der Klimahebel liegt im Bestand
Die auf dem Wohnungsbau-Tag vorgestellte Studie des Bauforschungsinstituts Arge aus Kiel und des Berliner Forschungsinstituts RegioKontext zeigt mögliche Auswege aus der Wohnungskrise. Im Mittelpunkt stehen neue Bau- und Wohnformen – und vor allem die Frage, wie deutlich günstiger gebaut werden kann. Die Studie macht auch deutlich, dass der dringend notwendige Klimahebel nicht im Neubau liegt, sondern in der Sanierung des Bestands: 60 Prozent aller deutschen Wohngebäude wurden vor 1979 errichtet und gelten als prioritär für eine Modernisierungsoffensive. Und der Umbau, die Aufstockung oder Umnutzung von Gebäuden schafft wiederum Wohnraum. Die Wissenschaftler haben die Baukosten überprüft: In Großstädten und Metropolregionen kostet der Quadratmeter Wohnfläche im Schnitt über 4.600 Euro, inklusive Grundstückskosten sogar rund 5.400 Euro. Das entspricht einer Kaltmiete von mindestens 18 Euro pro Quadratmeter – für Durchschnittsverdiener kaum zu stemmen. Zum Vergleich: In Schleswig-Holstein entstehen Wohnungen im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung bereits für unter 3.500 Euro pro Quadratmeter. Günstigeres Bauen ist also möglich – und würde dem Staat erlauben, mit denselben Fördermitteln deutlich mehr Wohnungen und die Modernisierung des Bestands zu finanzieren.
Den gesamten Beitrag finden Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 04/2026.








