Nicole Steuer, General Counsel DACH bei Rexel, und Bianca Dvorak, Geschäftsführerin des Bundesgremiums des Elektro- und Einrichtungsfachhandels in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), sprechen über Verantwortung, Sichtbarkeit und Gestaltungskraft. Im zweiten Teil der neuen Serie „ElektroHeldinnen“ erzählen sie, warum juristische Expertise in der Elektrobranche ein Trumpf ist, wie echte Teilhabe entsteht und weshalb Vielfalt nur dann wirkt, wenn Führung sie konsequent vorlebt.
Sie sind beide Juristinnen in einer stark technisch geprägten Branche. War das für Sie eher ein Vorteil, ein Umweg oder Ihr Trumpf?
Bianca Dvorak: Für mich ist es eindeutig ein Trumpf. Ich komme ursprünglich aus dem Fahrzeughandel. Mein Vater hatte einen Betrieb und ich war daher sehr früh in einer männlich dominierten, technischen Umgebung unterwegs. Das hat mich als Persönlichkeit und fachlich stark geprägt. Ich verbinde juristische Präzision mit der Sprache der Wirtschaft und der Sprache der Technik. Diese Kombination wird manchmal unterschätzt, entfaltet aber eine große Wirkung, wenn sie sichtbar wird. Zudem lasse ich mich in komplexen Situationen nicht leicht aus der Ruhe bringen, was in dieser Branche definitiv von Vorteil ist.
Nicole Steuer: Für mich ist es ganz klar mein Trumpf. Nur so konnte ich Chefjuristin eines beeindruckenden Unternehmens in einer der spannendsten Branchen unserer Zeit werden.
Was war für Sie persönlich der wichtigste Aha-Moment in der Elektrobranche? Wann haben Sie gemerkt: „Ich bin hier nicht nur dabei, sondern ich gestalte wirklich mit?“
Nicole Steuer: Bei mir eigentlich von Anfang an. Meine Position gab es vorher so im Unternehmen nicht. Ich konnte auf der sprichwörtlichen grünen Wiese starten und etwas aufbauen. Heute macht es mich stolz, wenn ich sehe, dass ich meinen Fußabdruck hinterlassen habe. Als Mitglied der Geschäftsleitung gestalte ich die Entwicklung des Unternehmens maßgeblich mit. Über meine langjährige Verbandsarbeit konnte ich, in aller Bescheidenheit, auch ein Stück weit Impulse in die Branche hineintragen.
Bianca Dvorak: Bei mir war es anders. Ich bin mit 28 in die Branche gekommen und hatte Verantwortung in einem Fachausschuss, in dem alle deutlich älter und ausschließlich männlich waren. Man war nicht unhöflich, aber ich hatte anfangs das Gefühl, nicht wirklich gehört zu werden. Der Aha-Moment kam nach etwa zwei Jahren, als ich die Fachmesse Power Days besuchte und mich bewusst tiefer in die Themen einarbeitete. In der darauffolgenden Sitzung hat sich etwas verändert. Plötzlich wurde ich ernst genommen. Nicht, weil ich fachlich jemand anderes geworden war, sondern weil ich verstanden hatte, wie wichtig echtes Interesse, aktives Zuhören und das Verständnis für die Menschen und ihre Themen sind.
Das gesamte Interview finden Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 04/2026.








