Doch welche Entscheidungen müssen Unternehmen jetzt treffen, damit daraus langfristiger Erfolg wird? Dr. Philipp Dehn, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Elektroinstallationssysteme, gibt Einblick in strategischen Prioritäten.
Die Anforderungen an Gebäude steigen rasant. Welche Entwicklung im Bereich Elektroinstallationssysteme wird aus Ihrer Sicht noch unterschätzt?
Dr. Philipp Dehn: Auch wenn die politischen Rahmenbedingungen noch einige Fragen offenlassen: Unsere Branche darf selbstbewusst auf die Zukunft blicken. Denn schaut man auf die technologischen Entwicklungen im und ums Gebäude wird deutlich, dass wir als Branche alles haben, um sie erfolgreich zu gestalten. Die zunehmende Vernetzung von Bestandsgebäuden und Neubauten braucht intelligente, modulare und zukunftssichere Installationssysteme. Nur so funktioniert eine nahtlose Integration von IoT, Gebäudeautomation und anderem. Daneben birgt auch die überfällige Sanierungswelle des Gebäudebestands langfristig zusätzliches Umsatz- und Innovationspotenzial. Auf Kundenseite wächst die Nachfrage nach ganzheitlichen Systemlösungen anstelle der Aneinanderreihung einzelner Bausteine. Beratung, Service und Planungssicherheit werden immer relevanter.
Sicherheit, Verfügbarkeit, Resilienz: Welche Rolle spielen diese Faktoren heute bei Investitionsentscheidungen und wie verändert das die Produktentwicklung?
Dr. Philipp Dehn: Verlässliche Systeme sind aus meiner Sicht zentral. Wenn sie zuverlässig laufen und das Risiko von Ausfallzeiten gegen null geht, investiert es sich leichter. Aus der anderen Richtung gedacht bedeutet das: Welche Produkte und Dienstleistungen können diese Anforderungen bestmöglich adressieren? In der Produktentwicklung wird daher vermehrt nach offenen, interoperablen Lösungen gesucht, die Digitalisierung und Fernwartung ermöglichen. Mit Blick auf die aktuellen Überlegungen zu Kosteneinsparungen und schlankeren Genehmigungsprozessen beim Gebäudetyp E müssen wir daher sicherheitsrelevante Systeme unbedingt losgelöst davon sehen. Wir riskieren ansonsten nicht nur, dass dringend benötigte Investitionen ausbleiben, sondern verhindern mittelfristig auch die Modernisierung des Gebäudebestands.
Das gesamte Interview finden Sie in der aktuellen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 03/2026.








