„Für uns ist die Light + Building vor allem ein internationaler Treffpunkt“

Konjunkturflaute im Bau, aber Rückenwind durch Infrastruktur: Niedax-CEO Bruno Reufels erklärt, wo die Gruppe jetzt wächst, warum ein Projekt zum Ausbau des Glasfasernetzes entlang von 33.000 Bahnkilometern zum Schlüsselfaktor wird und welche Rolle die Light + Building 2026 sowie das Experience Center Synnoscape für die Strategie spielen.

Herr Reufels, die Branche sieht sich mit Konjunkturflaute, Infrastrukturbedarf und geopolitischen Unsicherheiten konfrontiert. Wie bewerten Sie aktuell die Marktlage und wo sehen Sie trotz aller Herausforderungen Wachstumspotenziale?

Bruno Reufels: Die Zurückhaltung ist spürbar, insbesondere im Bau und damit auch in Teilen der Elektroindustrie. Das ist keine Ausnahmesituation, sondern betrifft viele Bereiche. Gleichzeitig halte ich es für falsch, die Lage nur negativ zu betrachten. Entscheidend ist, wo investiert wird. Während der klassische Bau schwächelt, gewinnen Infrastrukturprojekte massiv an Bedeutung. Genau dort sehen wir unsere Wachstumsfelder. Ein zentrales Beispiel ist unser Projekt zum Ausbau des Glasfasernetzes in Deutschland: Entlang von rund 33.000 Kilometern Bahnstrecke entsteht ein hochleistungsfähiges und resilientes Glasfaser-Backbonenetz. Dieses langfristig angelegte Infrastrukturprojekt wird vollständig privat mit zehn Milliarden Euro finanziert. Das schafft uns nicht nur Planungssicherheit, da Produkte wie Kabelkanäle verwendet werden, sondern es eröffnen sich auch Perspektiven für die gesamte Branche. Es entstehen tausende Knotenpunkte, kleinere Rechenzentren und zahlreiche technisch ausgestattete Verteiler. Das bedeutet, dass Niedax über viele Jahre hinweg konkrete Aufträge an den Großhandel, Elektroinstallationsbetriebe und die Industrie vergeben kann.

Was bedeutet die Light + Building 2026 strategisch für die Niedax Group – ist sie für Sie eher eine deutsche Leitmesse oder ein internationaler Treffpunkt für Ihre weltweiten Kunden?

Bruno Reufels: Für uns ist die Light + Building vor allem ein internationaler Treffpunkt. Dass Teams aus nahezu allen unserer Niederlassungen aus Europa, Amerika oder Asien vor Ort sind, zeigt den Stellenwert der Messe für die Niedax Group. Sie ist einer der wenigen Orte, an denen sich unsere weltweiten Kunden, Partner und Teams konzentriert begegnen können. Gleichzeitig ist sie natürlich auch eine starke Plattform für den deutschen Markt. Da wir auch unsere internationale Ausrichtung weiter vorantreiben, etwa mit einem Joint Venture in Katar, um den Markt auf der arabischen Halbinsel durch eine Produktion vor Ort künftig besser bedienen zu können, macht diese Kombination aus internationaler Reichweite und nationaler Relevanz ihren strategischen Wert für uns aus.

Das gesamte Interview finden Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 03/2026.

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