„Lichtqualität bedeutet Lebensqualität“

Im Vorfeld der Light + Building sprachen wir mit der Lichtplanerin Carla Wilkins. Unter ihrer kuratorischen Leitung steht die Sonderschau „The Living Light“, die einen atmosphärischen Rundgang durch vier verschiedene Lebensbereiche bietet. Hier wird gezeigt, wie innovative Lichttechnologie das alltägliche Leben bereichern kann. Wilkins ist Senior Partner und Global Creative Director beim internationalen Lichtplanungsbüro Lichtvision Design in Berlin.

Welches Ziel verfolgt die von Ihnen kuratierte Sonderschau The Living Light auf der Light + Building?

Carla Wilkins: Wir sind sehr dankbar, dass die Messegesellschaft erstmalig solch eine Sonderschau auf einer relativ großen Fläche beauftragt hat. Wir wollen ein Messeerlebnis der ganz anderen Art bieten, inspirieren und zu Diskussionen anregen. Es gibt inszenierte Räume zu den Themen Zuhause, Lernen, Arbeiten und Kommunikation. Die Natur ist Sinnbild für die Verbindung zwischen den Lebensbereichen. Wir wollen zeigen, dass Licht weit mehr ist als Beleuchtung. Licht ist ein lebendiger Gestaltungsfaktor. Darin liegt für mich die Magie der Lichtplanung. Wenn wir Technologie als Teil eines ganzheitlichen Konzepts richtig einsetzen, kann Licht jeden Moment unseres Alltags verbessern.

Wie hat Sie Ihr Weg zur Lichtplanung und in ihre heutige Position geführt?

Carla Wilkins: Nach meinem Architekturstudium hatte ich das Glück, für eineinhalb Jahre in New York bei dem sehr erfolgreichen Lichtplanungsbüro FMRS zu arbeiten. Dort habe ich festgestellt, dass Lichtplanung ein seriöser Beruf ist mit vielfältigen Verbindungen zu Design, Architektur und Technologie. Zurück in Deutschland war ich zuerst bei „Lichtdesign“ in Köln und später bei „Licht Kunst Licht“ in Berlin. 1997 war ich Mitgründerin von „Lichtvision“ in Berlin für die Planung von Kunstlicht, Tageslicht, Lichtsteuerung und visuelle Medien. Wir sind international gewachsen und haben Büros in Berlin, London, Shanghai und Hongkong. Das ist für mich persönlich ein großer Mehrwert, weil ich von den unterschiedlichen Kulturen immer wieder lerne, wie vielschichtig Licht ist. Diese Perspektiven haben wir auch in The Living Light eingebracht.

Was schätzen Sie an der Light + Building und was wünschen Sie sich?

Carla Wilkins: Für mich ist diese Weltleitmesse ein Fenster zu dem, was in unterschiedlichen Regionen designt, entwickelt und hergestellt wird. Ich treffe internationale Kollegen und entdecke in der Vielfalt der neuen Produkte immer ein paar „Perlen“, die mir ganz neue Designmöglichkeiten eröffnen. Mit der LED-Technologie sind wir sehr weit gekommen. Jetzt sehe ich die Chance, stärker die Begeisterung für Lichtsteuerungen zu wecken. Dafür wünsche ich mir robuste Steuerungen, die ein Endanwender einfach bedienen kann, ohne dass ein Techniker daneben stehen muss. In Punkto Linsentechnik und Integration in die Leuchten wünsche ich mir Neuentwicklungen für ein noch präziseres Licht: ganz saubere Lichtkegel ohne störendes und unkontrolliertes Streulicht und die Möglichkeit, präzisere Lichtpunkte zu setzen. Das bedeutet mehr Designfreiheit. Außerdem wünsche ich mir, dass sehr gute Farbwiedergabe mehr und mehr zum Standard in allen Lebensbereichen wird. Wir sehen entsprechende High-End-Produkte bisher vorwiegend in Projekten wie Museen, Hotels oder Shops. Ich freue mich auf montagefreundliche Lösungen in Zeiten hoher Personalkosten und last but not least auf nachhaltige Produkte mit neuen Materialien für die Circular Economy.

Das gesamte Interview finden Sie in der neuen Ausgabe der ElektroWirtschaft: 03/2026.

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