Trägt strategische Klarheit gerade in Zeiten multipler Krisen messbar zur wirtschaftlichen Stabilität bei? Insbesondere für familiengeführte Nischenanbieter der Elektro- und Bauzulieferindustrie, die zwischen Megatrends und Marktdelle navigieren müssen, wird Strategie zur entscheidenden Führungsfrage. Eine aktuelle Studie von Wieselhuber & Partner (W&P) zeigt, wer in Volatilität resilient bleibt und warum Transformationsfähigkeit dabei oft noch die Ausnahme ist.
Viele der technologisch führenden Nischenanbieter in der Elektround Bauzulieferindustrie sind Familienunternehmen. Sie stehen
im Zentrum der All Electric Society und sind Treiber zentraler Megatrends wie Elektrifizierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit.
Trotz grundsätzlich intakter langfristiger Wachstumsperspektiven
zeigte sich 2025 für viele eine eingetrübte Marktrealität: rückläufige Produktion, schwacher Auftragseingang und ein angespanntes
Geschäftsklima. Exogene Belastungen – von der Schwäche wichtiger Abnehmerbranchen über geopolitische Unsicherheiten bis
hin zu steigenden Kosten – verschärfen den Wettbewerbsdruck.
Die Aussichten für 2026? Ähnlich durchwachsen. Daraus entsteht
ein Zielkonflikt zwischen langfristiger Perspektive und kurzfristiger
Volatilität, der vor allem historisch gewachsene Organisationen
vor grundlegende strategische Entscheidungen stellt.
Bauindustrie: zwischen Nachfrageschwäche und strukturellem Wandel
Die Herausforderungen der bauzuliefernden Elektrotechnik sind
sowohl durch das Nachfragetief als auch strukturell bedingt. Mit
dem Übergang zum industrialisierten Bauen verschiebt sich die projektindividuelle Integration hin zu standardisierten, vorgeplanten Gebäudeprodukten. Spezifische elektrotechnische Systeme werden nicht mehr während der Planung und durch den Einkauf definiert, sondern frühzeitig als Bestandteil digital entwickelter Gebäudekonzepte festgelegt. Für Bauzulieferer bedeutet dies eine grundlegende Rollenveränderung. Marktzugang entsteht zunehmend über digitale Produktmodelle, Plattformen und Systemarchitekturen der Anbieter von ganzheitlichen Gebäudeprodukten. Wer in diesen frühen Entwicklungsprozessen nicht vorgesehen ist, verliert den Zugang zur weiteren Wertschöpfung. Die strategische Frühpositionierung in den Ökosystemen des industrialisierten Bauens wird damit zur Voraussetzung wirtschaftlicher Relevanz. Denn was im digitalen Produkt nicht eingeplant ist, findet in der baulichen Realität nicht mehr statt.
Den gesamten Beitrag finden Sie in der neue Ausgabe der ElektroWirtschaft: 02/2026.








