Digitalisierung und Künstliche Intelligenz prägen die strategischen Debatten vieler Unternehmen. Gleichzeitig wächst der Anspruch, ihren tatsächlichen Mehrwert im operativen Alltag sichtbar zu machen. Wir wollen wissen, wie sehr KI schon in der Elektroindustrie angekommen ist und welchen Einfluss sie auf die Branche hat.
Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz 2026 wirklich in den Bereichen Planung, Produktion, Energieversorgung und Gebäudetechnik?
Alexander Neuhäuser: Klarstellen möchte ich, dass KI perspektivisch wahrscheinlich überall eine Rolle spielen wird. Die genauen Auswirkungen lassen sich heute noch nicht absehen. Wir haben uns aber auch im ZVEH beziehungsweise seinen Tochtergesellschaften auf den Weg gemacht, um KI produktiv zu nutzen und den Nutzen zu erforschen. Ein erstes Anwendungsbeispiel ist GEAB.AI unserer Tochtergesellschaft, mit der wir den Ausschreibungsprozess unterstützen. Mit „Construct-X“ sind wir als Verband in einem großen, europäisch geförderten Datenraumprojekt unterwegs, über das wir lernen, wie wir in Projekten Daten vernetzen und diese perspektivisch mit KI weiterverarbeiten.
Wo liegen Chancen und Grenzen für Mittelstand und Handwerk?
Alexander Neuhäuser: KI und Digitalisierung sind Risiko, vor allem aber eine enorme Chance für das Handwerk. Auch die technisch komplexen Handwerke stehen vor der Situation, dass KI zunehmend ihr Know-how aufnimmt und dass neue Geschäftsmodelle außerhalb des Handwerks dieses nutzen und dem Kunden verkaufen. Vor allem jedoch ist KI ein Werkzeug, um auch in kleinen Unternehmen Prozesse zu beschleunigen sowie Bürokratie und wachsende technische Komplexität zu bewältigen. Das Handwerk kann sich dann auf seine wesentliche Kernkompetenz konzentrieren: dem Kunden von Mensch zu Mensch ein Projekt zu liefern, das innovativ, hochwertig, individuell zugeschnitten und seinen Preis wert ist.
Weitere Statements aus der Branche finden Sie in der neuen Ausgabe 01/2026 der ElektroWirtschaft.








