Elektrohandwerk NRW führt tarifvertraglich Deutschlandticket für Auszubildende ein

Das Elektrohandwerk Nordrhein-Westfalen setzt ein starkes Signal für moderne Mobilität, die Attraktivität der dualen Ausbildung und die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Unter Koordination des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) und in enger Zusammenarbeit mit dem Verkehrsministerium NRW, den Verkehrsverbünden und Tarifgemeinschaften in NRW sowie dem Westdeutschen Handwerkskammertag, dem Fachverband Elektro- und Informationstechnische Handwerke NRW (FEH.NRW) und der IG Metall NRW wurde innerhalb kürzester Zeit eine wegweisende Lösung geschaffen: Ab Februar 2026 erhalten Auszubildende der E-Handwerke NRW über ihren Ausbildungsbetrieb ein für sie kostenfreies Deutschlandticket. Das Elektrohandwerk NRW übernimmt damit eine klare Vorreiterrolle.

Vom 1. Februar 2026 an erhalten Auszubildende im Elektrohandwerk NRW ein DeutschlandTicket Job (DT Job) zum Preis von 37,80 Euro monatlich, was 60 Prozent des regulären Deutschlandtickets entspricht. Die Ausbildungsbetriebe übernehmen diesen Betrag vollständig als Mobilitätszuschuss gemäß Tarifvertrag. Die Abrechnung erfolgt direkt zwischen Verkehrsunternehmen und Betrieb, während die Differenz zum Regelpreis durch Drittmittel ausgeglichen wird.

Deutschlandticket als Erfolgsmodell

Seit seiner Einführung hat das Deutschlandticket bundesweit gezeigt, welches Potenzial einfache, bezahlbare Mobilitätsangebote entfalten: Millionen Menschen nutzen es bereits regelmäßig, die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs wurde spürbar erleichtert, und der Weg hin zu nachhaltiger Mobilität wurde geebnet.

Mit dem neuen Modell für Auszubildende im Elektrohandwerk NRW wird die Erfolgsgeschichte des Deutschlandtickets fortgeschrieben. Die Initiative steigert nicht nur die Attraktivität der Ausbildungsbetriebe, sondern macht den ÖPNV zu einem selbstverständlichen Teil des täglichen Arbeitswegs junger Menschen. Sie trägt dazu bei, den privaten Pkw zu ersetzen, die Verkehrswende zu unterstützen und Mobilität als Standortfaktor zu stärken – ein Thema, das für Betriebe und Fachkräftenachwuchs zunehmend an Bedeutung gewinnt.

„Wie für die Studierenden gibt es jetzt das Deutschlandticket für alle Auszubildenden des Elektro-Handwerks. Damit geht das Elektrohandwerk neue Wege, betriebliche Ausbildung noch attraktiver zu machen. Das Land NRW und das Elektrohandwerk sind damit bundesweit Vorreiter, allen jungen Menschen deutschlandweite Mobilität im öffentlichen Verkehr zu ermöglichen. Ich bin sicher, das Solidar-Modell wird bundesweit Schule machen. Unser Ziel ist, dass alle Azubis mit Ausbildungsvertrag ein Deutschlandticket bekommen.“

Oliver Krischer (Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen)

„Wer eine Ausbildung im Elektrohandwerk wählt, kann auf moderne und verlässliche Rahmenbedingungen zählen. Das Deutschlandticket steht für Verantwortung gegenüber unseren Auszubildenden sowie für Anerkennung und Wertschätzung ihrer Arbeit. Es unterstützt die allgemeine Mobilität junger Menschen und trägt dazu bei, die berufliche Bildung aufzuwerten. Eine echte Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung sollte sich so spürbar in der Lebensrealität junger Menschen widerspiegeln.“

Martin Böhm (Präsident des Fachverbands Elektro- und Informationstechnische Handwerke NRW (FEH.NRW))

Signalwirkung über das Elektrohandwerk hinaus

Die Lösung zeigt, wie mobilitätsorientierte Tarifpolitik gelingen kann und wie sie die Lebensrealität junger Menschen im positiven Sinne verändert. Die landesweit koordinierte Umsetzung bietet Betrieben eine einfache Möglichkeit, ihre Attraktivität zu steigern und ihre Auszubildenden konkret zu unterstützen.

Durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten entsteht ein Modell, das als Blaupause für andere Branchen dienen kann – sowohl innerhalb des Handwerks als auch darüber hinaus. Die Partner sind überzeugt, dass Mobilitätsangebote künftig einen festen Platz in modernen Tarifverträgen haben sollten. 

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